Willkommen! Anmelden Ein neues Profil erzeugen

Erweiterte Suche

Emotionaler Umgang mit Frauen als Schwuler

geschrieben von ChrisOX 
Emotionaler Umgang mit Frauen als Schwuler
23. Dezember 2019 16:18
Hallo, ich mache mal ein neues Thema auf, da sich meine Perspektive etwas geändert hat. Ich glaube mittlerweile ziemlich sicher, schwul zu sein. Ist eigentlich so ziemlich 100% klar.

Ich stehe jetzt allerdings vor einem großen emotionalen Problem mit Frauen. Mal eine Situation, die ziemlich beispielhaft-symbolisch gelten kann:
Ich war Anfang/Mitte des Jahres ganz furchtbar in ein deutlich jüngeres Mädchen (ich 35, sie 20) verliebt, aber da ich schwul bin hat das natürlich nicht geklappt. Sie hat ein bisschen Angst vor mir bekommen, weil ich nunmal nicht anders konnte, als sie in meine Verwirrung mit reinzuziehen. Immer wieder wollen, dann aber nicht können bzw. nicht wissen, dass man nicht will. Naja, es war extrem kompliziert. Ich war stürmisch verliebt in einen Menschen den ich nicht begehren konnte. Das hat sich dann mit der Zeit verlaufen.
Vor einer Woche haben wir uns zufällig wieder gesehen. Sie arbeitet in einer Kneipe, in der ich war. Wir haben uns kurz Hallo gesagt und uns dann mehr oder weniger in beidseitigem Einverständnis ignoriert. Ich habe dann mit einem sehr, sehr attraktiven Typen geflirtet, den ich vom Sehen von einer Schwulenparty kannte. Plötzlich kam sie aus dem Nichts auf mich zu, zickte mich total blöd an, was ich mir einbilden würde, ich hätte "kein Recht sie anzuschreiben" usw. (ich hatte ihr kurz eine SMS geschickt, ob sie an diesem Tag arbeitet, weil ich ihr eigentlich aus dem Weg gehen wollte. Sie antwortete nicht). Okay, sie hat mich in dieser Situation offensichtlich als Konkurrenz wahrgenommen, was ich verstehen kann.
Drei Tage später hat sie sich bei mir entschuldigt. Ich war wirklich gerührt, da ich sie wirklich gerne mag und mir dieser "Bitchfight" sehr leid tat. Ich war so gerührt, dass ich ihr mit der Gitarre ein Musikstück eingespielt hab. Was zärtlich-freundschaftliches, es ist gut geworden, ich hatte mir wirklich Mühe gegeben. Mit der Frage, ob wir nicht versuchen wollen, gute Freunde zu bleiben. Wieder keine Antwort. Ein paar Tage später sind wir uns wieder über den Weg gelaufen. Sie war total herablassend, hat gesagt eine nicht-sexuelle Ebene mit mir will sie nicht und ich sei "der verkorksteste Mensch" den sie kennt. Ich gehe gerade emotional auf dem Zahnfleisch. Ich habe ihr nichts getan, ich habe sie geliebt, ich habe ihr ein persönliches Geschenk gemacht und sie verspottet mich. Ich bin wie gesagt ziemlich sicher schwul zu sein, aber ich sehne mich auch nach Freundschaft und Zärtlichkeit mit Frauen. Ich habe ihr mit großer Mühe meine freundschaftliche Liebe gezeigt, bekam aber nur Verachtung von ihr. Ich bin ein bisschen verzweifelt.

Eine andere Sache, die in eine ähnliche Richtung geht, ist, dass meine Mutter eine narzisstische Neurotikerin ist. Sie hat mich als Kind emotional missbraucht. Sie kommt aus einer lieblosen Familie und hat einen Mann geheiratet, der sie nicht geliebt hat. Ihr Liebesvakuum hat sie bei ihrem Sohn gestillt, statt ihm ihre Liebe zu geben, wie es eine Mutter tun sollte. Ich empfinde meine Mutter als vampyrmäßig-parasitär, ich hatte als Kind Angst vor ihr. Sie ist total uneinfühlsam, sich dessen aber nicht im Klaren. Sie glaubt, dass sie liebt, aber sie kann das nicht vermitteln. Oft hasse ich sie. Nicht nur Wut oder Verachtung, wirklich tiefer Hass. Ich weiß nicht wohin damit, ich würde sie so gerne lieben, aber ich kann nicht.


Zusammengefasst: Ich will Sex mit Männern, aber eine (innere Erlebens-)Welt ganz ohne Frauen fühlt sich irgendwie kalt und leer an. Mein inneres Kind sehnt sich nach Mutterliebe, die es nie bekommen hat.

Hat irgendjemand während des Coming Out, oder auch danach, ähnliche Erfahrungen gemacht?
Re: Emotionaler Umgang mit Frauen als Schwuler
23. Dezember 2019 22:56
Hi Chris,

ich kenne das Gefühl gut, auf der einen Seite sich eine emotionale Bindung zu/mit einer Frau zu wünschen, ja regelrecht das Gefühl zu haben in eine verliebt zu sein (was ja auch sein kann, wenn auch vielleicht nicht auf "klassischer" Weise, verstehst hoffentlich wie ich es meine), auf der anderen Seite sexuelles Interesse aber eher beim männlichen Geschlecht zu haben.
Eine Antwort/Lösung darauf kann ich Dir da leider nicht geben, da ich selbst auch noch nicht so genau weiß, wie ich damit umgehen sollte, bzw ich auch nicht weiß, wieviel ich mir ggf auf der einen oder anderen Seite auch evtl "einrede".
(Daher hab ich auch bislang immer noch nicht selbst mal meine eigene Geschichte im Forum gepostet, da sich das gefühlt alle paar Wochen grundlegend ändert eye rolling smiley Wobei, vielleicht sollt ich es trotzdem oder gerade deswegen mal machen. Naja, wenn ich mal vieeeeel Zeit habe winking smiley)

Die Erfahrungen mit Deiner "Freundin" tun mir sehr leid, das tut ja schon beim Lesen weh, wie sie mit Dir umgegangen ist. Ich weiß nicht, ob es evtl an ihrem jungen Alter liegt, dass sie einfach noch nicht genügend Lebenserfahrung hat um sensibel in solch einer Situation mit Dir umzugehen, oder ob sie evtl wirklich einen "fiesen Charakter" hat.
Am Ende aber auch egal, ich persönlich finde ihr Verhalten so wie Du es beschreibst unentschuldbar und ich hoffe Du schaffst es sie möglichst bald aus Deinem Kopf zu bekommen - sie ist es nicht wert und hat es nicht verdient! (und ja, natürlich ist es eine sehr komplizierte Situation und sicherlich auch nicht so ganz leicht für sie, dennoch ist die Reaktion auf diese Art und Weiser nicht akzeptabel - ist natürlich nur meine persönliche Meinung, vielleicht sehen es andere auch anders winking smiley)

Wünsch Dir alles Gute

Liebe Grüße
Mathias
In diesem Forum dürfen leider nur registrierte Teilnehmer schreiben.

Klicke hier, um Dich einzuloggen