Hallo Susanne,
nein, so wie du das beschreibst, kenne ich das nicht. Aber ich hatte trotzdem ein paar Gedanken dazu, ich hoffe das ist ok.
Wie würdest du das Gefühl denn beschreiben, das da aufsteigt? Ärger? Trauer? Angst? das Gefühl ohnmächtig, also ohne Macht zu sein?
So von außen klingt es für mich, als sei bei dir gerade wirklich sehr viel los. Eine Trennung vom Freund, Kündigung, Umzug, Coming Out, das sind viele Veränderungen gleichzeitig in sehr vielen Lebensbereichen. Und dann noch einen Job, in dem man für andere da sein muss. Vielleicht wird dir das gerade alles zu viel? So ein Coming Out ist ja kein Pappenstiel.
Vielleicht markiert dir dein Körper durch die Ohnmacht eine Grenze, geht quasi auf Stromsparmodus, damit nicht noch mehr Anforderungen an dich gestellt werden. Besonders, weil dieses Gefühl in Situationen aufgetreten ist, wo andere dir ihr Leid geklagt haben. Du hast ja schon darauf reagiert und dich ein bisschen abgegrenzt. Vielleicht hast du im Moment einfach gerade wenig Kapazitäten für andere, das ist ja auch ok.
Möglicherweise kannst du sanft mit dir sein und dir ein bisschen mehr Zeit für dich nehmen; dich krank schreiben lassen; mit Freunden darüber reden, dass du gerade nicht so belastbar bist; dir eine Beratung suchen oder Dinge tun, die dir gut tun.
Du bist sehr mutige und selbst-ermächtigende Schritte in der letzten Zeit gegangen, finde ich. Aber überfordere dich auch nicht, mach die Dinge in deinem Tempo und nimm dir die Zeit, die du brauchst.
Bei Ohnmachten im Rahmen einer Angst vor Blut- und Spritzen weiß ich, dass es helfen kann die großen Muskeln in Armen und Beinen anzuspannen, sobald das Ohnmachtsgefühl auftaucht (Zehen krümmen, Hände zu Fäusten). Dadurch wird irgendwie mehr Blut in den Kopf gepumpt und das hilft wohl gegen Ohnmacht. Vielleicht hilft dir das auch in so einer Situation? Aber ich würde trotzdem versuchen auf meinen Körper zu hören und zu versuchen zu verstehen, was er mir damit sagen will/ was er braucht.
Mein Körper hatte in den letzten Jahren auch die verschiedensten Wehwehchen. Und auch wenn es in dem Moment nicht angenehm war, haben diese Phasen mich gezwungen eine Pause zu machen und über meine Situation nachzudenken, was im Nachhinein betrachtet, meistens nicht so schlecht war.
Soweit erstmal und liebe Grüße,
Reisende
2-mal bearbeitet. Zuletzt am 04.05.25 19:22.