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Nie ein Coming Out notwendig gewesen da man immer als Mannweib ausgeschlossen wurde?

geschrieben von homel 
Nie ein Coming Out notwendig gewesen da man immer als Mannweib ausgeschlossen wurde?
11. März 2025 00:11
Hallo ich frage direkt mal ob hier jemand ähnliche Erfahrungen im Leben machen musste und ob ihr irgendwelche Tipps habt wie man sein Leben unter solchen extrem widrigen Umständen bessern soll, ich finde keinen Sinn und lebe nur noch aus Angst vor Komplikationen beim Suizid und Trauer das alles so kam und ich keinen schönen Moment hatte im Leben, seit 30Jahren Existenz.

Ich werde jetzt seit dem Kindergarten ausgegrenzt, als hässlich, dumm, faul und seit 2014 auch als geisteskrank (Psychiatrie, Therapeuten zugesteckt worden, Jugenheim) stigmatisiert. Freundschaften und Partnerschaften hatte ich keine. Auch Familienmitglieder waren immer grausam manipulativ und einfach ekelhaft. Beide meiner Eltern sind sehr unangenehm anzuschauen, sie sind nicht attraktiv, alkoholsüchtig und entsprechen damit eher dem Klischee das man so von RTL2 Hartz und Herzlich kennt. Als mein Vater die Familie zurück lies, lies er mich bei dieser Mutter die nur das nötigste machte und mich gegen meine Schwester nicht verteidigte,, ihr Traum einer nornalen Familie ist zerbrochen und sie ist bis heute alleinerziehend und pflegt ihre Mutter in einem extrem heruntergekommenen Haus. Mein Vater hat jedoch eine neue Dumme und einen Sohn mit ihr, die leben in relativ guten Mietwohnungen, fährt SUV, können sich Urlaub leisten.
Durch diese Eltern leide ich an Fetalen Alkohol Syndrom und habe noch andere Behinderungen gegen die ich keine Entschädigung erhalte.

Meistens wurde ich durch sehr normale aussehende Menschen dafür dumm gemacht wie ich aussehe und rieche, wie meine Mutter aussieht. Diese Leute stammen aus der Mittelschicht, sind gesund und haben Familie die sich um sie kūmmert, verdienen gut Geld, sind überwiegend hetero, einige könnten bi sein. Sie sehen normal aus. Die haben an mir gemerkt dass ich nicht normal bin und statt mir Unterstützung zukommen zu lassen, haben sie noch weiter in der Wunde rumgestochen.

Ich hatte keinen Menschen der mir wirklich weiter half und schon gar nicht mal Liebe zeigte und stecke fest in Armut/Hartz4 und in einem Umfeld das mich ausgrenzt, verlacht, immer wieder versucht mich zu entmündigen, mobbt/bedrohlich ist.

Ich wurde als ich frisch einzog in diesen Wohnblock, direkt als Dreckschwein und Mannweib durch einen alten Mann im Rollstuhl beleidigt der auch vor meinen Läufer rotzte und andere versuchte gegen mich aufzuhetzen. Glücklicherweise ist er dann endlich gestorben und ich war sozusagen frei. Jedoch kamen über mir junge Erwachsene die rücksichtlos trampeln und kiffen. Niemand hat dagegen was unternommen, ich habe bis heute auch nicht die Ressourcen gehabt die zu vertreiben und Entschädigung zu erhalten weil meine Gesundheit daran litt.Ich habe nur das Glück, dass die oben seit Monaten weg sind. Ich hoffe ganz ehrlich es geht ihnen schlecht egal wo sie sind. Leider ist das Umfeld noch vorhanden. Ich habe bis heute auch keine Chance wegzuziehen, da ich gar nicht weiß wer mich aufnehmen würde, wohin soll ich gehen?

In meinem Umfeld kann ich mich nicht frei bewegen, weil man hier direkt durch verbale Aussagen angegriffen wird, ähnlich wie auf dem Pausenhof. Alle glotzen einen abfällig, belustigt oder aggressiv an, fangen an zu tuscheln.
Die Leute hier sind überwiegend rechts-liberal, hier sind CDU und angrenzend AFD führend, ich denke das merkt man.

Meine Chancen auf einen tollen Job sind null. Ich habe auch keine Ausbildung und Abschluss machen können, ich sitze einfach fest und überlebe nur durch verstecken. Ich würde gerne einen Ort finden an dem ich willkommen bin, wo ich Freunde und Partner finde, eine sinnvolle Aufgabe die mir Spaß macht und bei der ich Menschlichkeit und Respekt erhalte. Ich möchte nicht länger zwischen diesen Menschen laufen und dahinvegetieren die mich ständig ablehnen, nur weil sie mein Kopf abstoßend finden.

Ich habe immer gedacht es müsste jemand geben, der mich leiden kann, aber das ist nicht eingetroffen. Leider bin ich Zeit meines Lebens komplett allein gewesen. Ich dachte auch daran, eine Transiston zu machen, mit dem Ziel als Mann zu leben, normaler, weil es akzeptierter wäre aber an Ärzte kam ich nicht und ich denke es hat nicht das Ergebnis das mir etwas bringt. Ich habe leider sehr schlechte Gene und bin damit gestraft. Es ist auch schwer an Schönheitsoperationen zu kommen, einiges wie den Schädelstirnknochen lässt sich nicht so einfach schrumpfen. In der Region ist es ohnehin schwe überhaupt einen Arzt zu finden der mir bei meinen organischen Problemen weiter helfen will.

Ich finde es extrem schade, dass mein Leben das gewesen war. Ich habe immer nur anderen zugesehen wie sie leben, weil mir war das verwehrt und ich habe kein Interesse noch weitere Jahre so existieren zu müssen oder schlimmer. Mir droht Obdachlosigkeit und es sorgt sich niemand um mich, obwohl ich das bräuchte, aber ich musste oft festellen, um hässlicher arme Frauen will sich niemand kümmern, die meisten sehen in mir Abfall und eine Missgeburt. Es tut einfach weh, weil mein Kopf begreift sehr genau und die Ablehnung schmerzt extrem. Ich wurde auch von Frauen abgelehnt bei denen ich annahm, dass wenigstens Freundschaft was würde, aber das blieb auch aus. Wenn man unattraktiv/hässlich ist ist das Leben nur ein Horror. Ich würde so gerne raus, das ist eine Bürde die ich nicht länger tragen kann und will. Es bringy einfach nichts, ich erhielt auch bis heute keine Entschädigung, keine Entschuldigung. Die Menschen mit denen ich zu tun haben musste sind komplette Monster, wegen denen ich eingeschlossen bin in einer kleinen Wohnung und auch keime Lust habe raus zu gehen, weil es meinen Tag noch schlechter machen würde.

Wie soll ich weiter machen? Womit? Wenn es so einfach wäre sich umzubringen hätte ich es schon getan, weil es bringt auch einfach nichts, worauf soll man warten. Mein Leben war vergleichsweise wohl sogar etwas schlimmer als das von den Frauen in Stone Butch Blues, weil ich war wirklich nur auf mich gestellt. Mit niemand konnte ich was planen, aufbauen, reden. Mein Körper wurde immer als Abfall verworfen, ich fühle mich immer eingesperrt und habe PTBS Beschwerden über die Jahre entwickelt.

Sterbehilfe Organisationen hatte ich auch angeschrieben, leider bisher ohne Erfolg. Also sitzt man weiter fest in diesem Leben das nur Elend ist. Ich habe auch kein weiteres Interesse an dieser Welt. Ich habe gemerkt, dass die Gesellschaft nicht für Frauen wie mich gebaut ist und ich selber kann mir keine Stadt oder gar Land bauen.
Re: Nie ein Coming Out notwendig gewesen da man immer als Mannweib ausgeschlossen wurde?
11. März 2025 16:05
Hallo homel,
wow, das ist eine krasse Geschichte. Tut mir sehr leid, was du erfahren hast...
Spontan fällt mir ein: Hast du mal versucht in einer Kirche Anschluss zu finden? Vielleicht gibt es da ja Angebote in deiner Nähe? Oder über ein Ehrenamt?
Liebe Grüße und alles Gute!
PS: Deine Rechtschreibung ist übrigens echt gut für jemanden mit FAS, Respekt!
Re: Nie ein Coming Out notwendig gewesen da man immer als Mannweib ausgeschlossen wurde?
11. März 2025 17:35
Hallo homel,
du hast geschrieben, dass du auch Kontakt zu Organisationen aufgenommen hast.
Kennst du die Dachorganisation FASD Deutschland e.V. mit ihren regionalen Selbsthilfegruppen?
[www.fasd-deutschland.de]
Dort kannst du dich wie hier in einem Forum registrieren und hoffentlich mit anderen Betroffenen austauschen bzw. mit einer Regionalgruppe in deiner näheren oder weiteren Umgebung Kontakt aufnehmen.
Ein wenig ist mir die Problematik mit FASD näher vertraut, da ich einen Schüler mit FASD unterrichte.
Ich wünsche dir, dass du Kontakt zu anderen Betroffenen bekommst und dadurch die Erfahrung machen wirst, dass du nicht alleine bist.
Liebe Grüße Georg63
Re: Nie ein Coming Out notwendig gewesen da man immer als Mannweib ausgeschlossen wurde?
03. Mai 2025 09:43
Hallo Homel,
ach, Mensch, dein Text hat mich sehr berührt. Ich will dir sagen, dass es klingt, also seien dir von Anfang an sehr viele große Steine in den Weg gelegt worden. Aber es klingt auch so, als seist du eine echte Kämpfernatur, trotz allem. Sonst hättest du hier nicht geschrieben. Und ich habe den Eindruck, als wärst du sehr reflektiert und hättest ganz schön was "auf dem Kasten", trotz der schwierigen Umstände. Ich finde die Tipps zur Fetalen-Alkohol-Syndrom-Vernetzung klingen sehr gut.

Ich will dich ermutigen, trotz allem nicht aufzugeben. Die Cis-Hetero-Welt kann sehr hart sein. Ich sehe mich auch als Butch oder als nicht-binäre Person. Daher habe und hatte ich auch oft das Gefühl außen vor zu sein und nicht dazu zu gehören. Obwohl ich mit vielen Privilegien in das Leben gestartet bin. Die Regeln für "Frauen" in der Cis-Hetero-Welt können streng sein und viele Abweichungen werden durch die Gemeinschaft bestraft. Aber vielleicht sind manche Frauen auch nur neidisch auf die Freiheiten, die du dir nimmst oder hast und sie nicht haben? Ich glaube vielen Frauen machen diese Freiheiten große Angst. Sie könnten ja merken, dass sie vielleicht auch nicht mit allem glücklich sind?

Lass deinen Wert nicht durch andere definieren. Du bist wertvoll so, wie du bist. Es gibt einen guten Grund, warum du da bist. Ich hoffe du kannst das irgendwann glauben.

Ich kann dir nur empfehlen Räume zu suchen, wo du dich wohler fühlst und vielleicht sogar ähnliche Menschen findest. Vielleicht findest du ja in der Natur oder mit Tieren einen Ort, wo du dich wohl fühlst und nicht so bewertet?
Oder einen Schritt weiter, vielleicht gibt es queere FLINTA-Treffen in der nächsten Stadt? Oder einen Sportverein - Frauen-Fußball, Handball, Klettern, Fahrradwerkstatt, Gartenarbeit? Irgendwas was dir ein bisschen liegen könnte, worauf du Lust hast und wo du evtl. ähnliche oder offene Menschen treffen könntest? Letztendlich sind wir doch alle soziale Wesen und können ohne andere Menschen nur schwer überleben.

Ansonsten möchte ich dich ermutigen, dich nochmal zu trauen, dir Unterstützung zu suchen, um deine Wunden zu heilen und deinen Alltag zu verbessern (queere Beratung bei einer Beratungsstelle?, einen Therapieplatz bei einem Psychotherapie-Ausbildungszentrum?, eine soziale Beratungsstelle für die Alltagsprobleme, wie Wohnen?).
Höre gut auf dich, ob sich da eine Person findet, der du ein bisschen vertrauen kannst. Besonders wenn du wieder suizidale Gedanken hast, möchte ich dich ermutigen dir Unterstützung zu suchen. Ich persönlich finde das Leben ein so großes Geschenk, trotz allem. Ich hoffe, dass du das auch irgendwann wieder entdecken kannst. Vielleicht sind auch Selbsthilferatgeber, Podcasts oder Bücher was für dich?

Und ich will noch etwas schreiben, was vielleicht hart klingt, aber nicht böse gemeint ist. Vielleicht willst du mal in dich gehen und dir überlegen, ob du auch selber mit deinem Verhalten Mauern aufbaust, um dich zu schützen und Menschen auf Abstand zu halten? Das wäre ja sehr verständlich. Gibt es Wege, wie DU es deinem Umfeld leichter machen kannst, Kontakt zu dir aufzubauen oder dich anzunehmen? Wenn ja und du dich traust, da ein paar Mauern abzubauen, wirst du vielleicht auch positiv überrascht? Und ich meine damit nicht, dass du dein Geschlechtsaudruck oder dein eigenes Wesen verändern sollst. Aber vielleicht hast du mit der Zeit irgendwo einen Schutzpanzer aufgebaut, den du eigentlich auch nicht magst. Oder du hast leider bestimmte soziale Gewohnheiten von der Familie nicht mitbekommen? Und da gibt es vielleicht etwas, was du nachholen willst oder lernen willst?

So viel erstmal von mir. Ich wünsche dir alles Gute und schicke dir eine digitale Umarmung!
Liebe Grüße,
Reisende
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