Hallo an alle Nutzer*innen hier auf dieser Plattform.
Wie Ihr wahrscheinlich an meinem Nick sehen könnt, bin ich die Stefanie/Stefan und nach einer vermutlich endlos langen Reise am Ziel seiner Wünsche angekommen.
Seit ich denken kann ist die Akzeptanz meines Geschlechts schon so eine Sache. Beginnend damit, dass ich als kleines Kind von meinen Eltern in Kleidchen gesteckt wurde und diese lieber tragen wollte als die olle Latzhose. Über das entwenden vom Schmuck meiner Mutter, bis zum tragen von Ihren Badeanzug und deren Kleidern. Zur damaligen Zeit wurde man als DWT (Damenwäscheträger) abgestempelt und ich bin davon ausgegangen, dass es nur ein "Trend" oder eine "Phase" sei, in der man sich ausleben wollte. Ich habe schon früh alles hinterfragt, auch wie Dinge sich anfüllen für das andere Geschlecht.
Mit 17 Jahren wurde mein Leben "normal" wenn man das alte Weltbild nimmt ( Mann + Frau ) ich hatte eine Partnerin die Liebe war groß und hielt 4 Jahre. Ich begann im Leben nicht nur alles zu hinterfragen, sondern auch vieles zu probieren, auch was das Sexuelle anging. So zielte meine Neugier der Penetration meines Afters und ich fand eine Partnerin, die mir dabei geholfen hat. Ich lernte erogene Zonen bei mir kennen, die für das Bild Mann nicht normal schienen. Als ich wieder ohne Partnerin da stand, ging ich einen Schritt weiter. Ich kaufte Klamotten, Schminke, Dessous, Stiefel, Perücken und Silikonbrüste und begann so meine Tage als Frau zu gestalten. Zu erst immer in meinem Safe Space, meine eigenen 4 Wände. Später auch abends/nachts unterwegs bis hin, dass ich so mal auf eine Halloween Party verkleidet als Hexe ging.
Mit entsprechender Kleidung, die meinen Körper formte, den falschen Brüsten und einem sexy Kleid und Stiefeln bin auf der Party spät angekommen, die meisten waren dort schon angetrunken und ich kannte niemanden, was mir Sicherheit gab. An dem Abend erlebte ich viele ungewollte Dinge, denn ich wurde von so vielen Männern angetanzt, das hätte ich nie erwartet und leider war damit auch verbunden, dass diese anfingen mich zu begrabschen oder ihr Glied an mein Arsch zu drücken. Ich hatte aber alles unter Kontrolle und zeigte den Männern die Grenzen auf und wies sie zurück. Dennoch bekam ich gefühlt 10 Nummern von Männern die mich treffen wollten.
Nach der Party ging ich zu Fuss zurück nach Hause, alleine in einer Großstadt und verkleidet als Frau im Sexy Hexy Kostüm. Ich ruhte mich auf dem Spielplatz knapp 1 Kilometer von zu Hause aus, da mir die Füße weh taten, da ich das Laufen in hohen Stiefeln nicht gewohnt war/bin. Mich fing eine Gruppe junger Männer ab.
Was da passiert ist wünsche ich niemanden und ich ging am nächsten Tag in Krankenhaus wegen eines HIV Test und anderen Geschlechtskrankheiten und um meine Wunden zu behandeln. Ein Trauma.
Ich lebte mein Leben weiter als Mann, hatte Partnerinnen, aber die Weiblichkeit hat mich nie ganz los gelassen, nicht sexuell, denn ich stand und stehe nicht auf Männer, aber die Kleidung, das hermachen und und und. Immer wieder dachte ich daran zurück.
Immer wieder die Frage, bin ich "normal" wie nennt man mein "fetisch", ist das wirklich nur "DWT", viele Fragen und doch keine Antwort. Auch einige Beratungsstellen gerade im Bereich der LGBTQAI+ waren nicht genau das was ich wollte, wobei ich nicht wusste ob es an meiner Erklärung lag oder der Weg falsch gezeigt wurde.
Um euch einfach mal abzuholen möchte ich euch sagen, dass ich irgendwann als Teenager es wirklich als fetisch abgestempelt habe, da es mir lediglich den Kick beim mastrubieren gab, wenn ich Strapse trug. Dieses änderte sich aber schnell, so dass ich die weiblichen Klamotten eben den ganzen Tag trug auch ohne sexuelle Absichten.
Seit einigen Tagen bin ich nun schlauer und auch wenn ich diese SItuation erst akzeptieren muss und für mich sehen muss wie ich dieses umsetze, hat ein Gespräch mir gezeigt, dass ich Gender-Fluid bin. Warum Gender-Fluid? Weil ich nie die Absicht hatte mein Geschlecht zu ändern, auch weil ich dafür zu alt bin ( ja ich weiss man ist nie zu alt) aber das Spektrum vom Gender-Fluid spiegelt das wieder wo ich mich sehe und wie ich mich fühle. Ich weiss auch, dass es hierzu viele Fragen und viele Skeptiker gibt, da es ja quasi den Wechsel erlaubt, aber sein wir ehrlich, ich akzeptiere jeden Menschen so wie er ist und möchte das jeder Mensch mit sich zufrieden und Glücklich ist und das möchte ich auch nur.
Ich möchte lackierte Fingernägel wenn ich es möchte und ein Kleid tragen wann ich das möchte. Ich liebe es mich am Körper zu rasieren und die weiche glatte Haut zu streicheln und ich habe das Glück, eine Partnerin zu haben, die mich so liebt wie ich bin, auch wenn sie sich ein lachen nicht verkneifen kann, wenn ich als Stephanie mich bewege, aber das ist mir egal.
Nun gilt es weiter mit diesem sein zu arbeiten und es weiter in meinem Leben zu integrieren, vielleicht hat hier ja jemand Vorschläge, Ideen oder Erfahrungen, wie man dieses am besten machen kann, gerade wenn mein familiäres Umfeld und auch im Kreise der Freunde viele gegen die LGBTQAI+ Community schießen und gerade im Bereich Männer als Frauen das alte Fernsehbild haben, wo man extrem geschminkt und beleidigend als Tunte rumläuft, aber das sehe ich nicht so und ich schminke mich selber eher dezent, zumal ich auch immer noch Bart trage.
Naja nun habe ich mich hier vorgestellt und ich hoffe, mein Beitrag stößt hier nicht sauer auf und ich habe hier niemanden beleidigt oder gekränkt, dass ist nicht meine Absicht. Was möchte ich damit bewirken? Vielleicht finde ich hier Gleichgesinnte, Unterstützer oder auch Hilfe sowie Tipps und Tricks, ich bin für alles dankbar.
LG Stephanie