Hallo an alle,
Ich bin Katha (34) und auf der Suche nach Antworten. ;-) Ein einfacher Austausch würde mir auch erstmal genügen, die Antworten kommen dann sicherlich von alleine. Ich hoffe, bis zum Ende meiner Schilderungen habe ich dann vielleicht auch konkrete Fragen, die ich gerade noch nicht fassen kann. Falls nicht, dürft ihr gerne einfach so euren Senf dazugeben. Ich freue mich über jeden Input! Wahrscheinlich geht das mehr an die Frauen hier, die männliche Sichtweise ist trotzdem immer gerne gesehen. :-)
Zu meiner Vorgeschichte:
Ich bin seit 3 Jahren alleinerziehende Mama von 3 Kindern in einer fast dreijährigen heterosexuellen Partnerschaft. (Davor war ich 13 Jahre mit meinem Exmann, der auch der Vater aller Kinder ist, zusammen und hatte danach eine kurze F+.) Mein Partner hat selbst ein Kind, teilt sich den Umgang 50/50 mit der Kindsmutter und ist auch sonst durch das Kind sehr eingespannt, sodass ich unsere Beziehung allein aufgrund der seltenen Treffen als "Fernbeziehung" bezeichne, obwohl wir eigentlich nur 10 Minuten mit dem Auto voneinander entfernt wohnen. Er ist ein liebevoller Partner, meine Kinder lieben ihn und, wenn er mal da ist, schätze ich seine Nähe, Anwesenheit und Hilfe/ Unterstützung im Haushalt. Nun ist mir das aber nicht genug, da ich eine "richtige Beziehung" möchte und nicht dieses irgendwie Fernbeziehungsdings. Ich habe mich zu dem Thema im Sommer coachen lassen und mir wurde die Frage gestellt, welche Lösungsmöglichkeit es noch gäbe, die vielleicht nicht als erstes in den Sinn kommen oder total verrückt erscheinen. Wie aus der Pistole geschossen kam die Antwort: "mit einer Frau!" Ich habe den Gedanken sofort wieder abgetan, weil... nun ja... ich mag Penisse. Mein Partner als Mensch ist ein toll, aber unsere Situation macht mich fertig und es ist auf absehbare Zeit keine Änderung in Sicht. Wir überlegen zusammenzuziehen, haben aber beide Schiss davor, weil finanzielle Belastung usw. Trotzdem ging mir der Gedanke vom Coaching nicht aus dem Kopf. Ich war von Frauen auch immer schon angetan und habe nach dem Coaching auch beschlossen, irgendwann, wenn es sich mal ergibt, den sexuellen Kontakt zu einer Frau "auszuprobieren". Bis jetzt war ich noch nie in eine Frau verliebt, obwohl ich meine, mich eher in eine Person zu verlieben, als in ein Geschlecht. Seit dem Coaching habe ich zwei Frauen kennengelernt, die eine möchte mal mit einer Frau schlafen, die andere ist mit einer Frau verheiratet und beide faszinieren mich seitdem. Wahrscheinlich habe ich zuvor einfach nicht auf Frauen als potenzielle Partnerinnen geachtet. Schließlich steckte ich sehr lange in einer Beziehung mit meinem Exmann und bin sehr heteronormativ aufgewachsen. Aber nun lässt mich der Gedanke nicht mehr los.
Und jetzt stehe ich da und weiß nicht weiter. Bin ich einfach nur unzufrieden mit meiner Partnerschaft? Bin ich doch unzufrieden mit dem Mann als Person? Suche ich nach einem Grund, mich von ihm zu trennen, um diesen neuen Wunsch ausleben zu können? Fakt ist, mit den Männern lief es immer irgendwie schwierig, auch wenn es mir meinem jetzigen Partner am leichtesten ist. Aber ich habe immer noch das Gefühl, alleine zu stehen, den Haushalt alleine zu schmeißen, alleine für meine Träume zu kämpfen, dabei wünsche ich mir nur jemanden, mit dem das Leben als Team gelebt und gemeistert werden kann. Als Kontrast dazu steht ein einwöchiges Zusammenleben mit meiner besten Freundin vor ein paar Jahren. Mein Mann war damals 3 Wochen nach der Geburt unseres zweiten Kindes für zwei Wochen außer Landes und ich hatte meine Freundin gebeten, mich zu unterstützen, da unser 3-jähriges Kind zu dem Zeitpunkt keinen Kitaplatz hatte und ich fürchtete, im Wochenbett mit einem sehr energiegeladenem "großen" Kind und einem frischen Säugling im Wochenbett überfordert zu sein. Gesagt getan und was soll ich euch sagen: Es lief! und wie! Der Alltag war plötzlich einfach. Wir verstanden uns unausgesprochen. Da sie ziemlich weit weg wohnt, sehen wir uns selten, aber dafür dann immer gleich mehrere Tage am Stück, die sie auch bei mir wohnt. Diese Tage sind immer super, obwohl ich trotzdem zur Arbeit muss und sie mittlerweile ihr Kind auch mitbringt. 2 Frauen und 4 Kinder - läuft. Eine Frau, ein Mann und 3 Kinder (Mein Partner ist nur bei mir, wenn sein Kind bei der Mama ist) - irgendwie nicht so. Liegt es am Mann? Liegt es am unterschiedlichen Denken von Frauen und Männern? Liegt es daran, dass sie meine beste Freundin ist? Zufall?
Mir geht es gar nicht darum, ob ich jetzt in irgendeiner Form lesbisch bin oder nicht oder um ein Coming out. Das ist mir (aktuell) schnuppe. Ich möchte aber weder meinem Partner fremd gehen, noch mich trennen, nur um mal zu sehen, wie es mit einer Frau läuft. Auch wenn genügend Neugier vorhanden ist. Ich möchte auch den Kindern nicht schon wieder eine Trennung zumuten.
Ich hoffe, ihr konntet mir folgen, ansonsten fragt gerne nach.
Liebe Grüße
Katha