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COMING OUT

Coming-out (von englisch „coming out of the closet“, wörtlich: „aus dem Kleiderschrank herauskommen“) bezeichnet zumeist den individuellen Prozess, sich seiner eigenen gleichgeschlechtlichen, oder seine von geschlechtlichen Identität oder Geschlechterrolle abweichenden Empfindungen bewusst zu werden, dies gegebenenfalls dem näheren sozialen Umfeld mitzuteilen. Dieser Artikel beschäftigt sich hauptsächlich mit dem Coming-out gleichgeschlechtlich empfindender Menschen.

Analog zur sexuellen Orientierung, lesbisch – schwul – bisexuell – heterosexuell, durchleben auch Menschen, denen das Schema der Heteronormativität in anderer Weise nicht gerecht wird, ähnliche Prozesse. Die gesellschaftliche Erwartung einer heterosexuellen Orientierung ist also nicht der einzige mögliche Anlass eines Coming-outs. Ähnlich wirken eingeschränkte, bis fehlende Akzeptanz für sexuelle Vorlieben oder Neigungen, z. B. Sadomasochisten oder für weitere Formen geschlechtlicher oder sexueller Selbstverständnisse wie Transvestiten und Transgender. Daraus ergeben sich weitere Fragekomplexe wie die nach Geschlechterrollen und Geschlechtsidentität. Bei Transgender werden gegebenenfalls zusätzliche Themen wie geschlechtsangleichende Maßnahmen und das Transsexuellengesetz aktuell, die ebenfalls Ergebnis eines zuvor erfolgten Outings sein können.

Die meisten Menschen werden heteronormativ oder gar heterosexistisch erzogen, das bedeutet, dass man sie so erzieht, als wären sie heterosexuell, ungeachtet der tatsächlich vorhandenen sexuellen Orientierung. Das ist vergleichbar mit der Erziehung von Linkshändern in früheren Tagen, denen dasselbe Verhalten beigebracht wurde wie Rechtshändern. Für die Gesellschaft ist das einfacher, da man sich die Differenzierung spart, für die Betroffenen hingegen verursacht das erhebliche Schwierigkeiten. Es ist durch verschiedene Studien zweifelsfrei erwiesen, dass die sexuelle Orientierung von genetischen Faktoren mindestens mitbestimmt wird und postnatal nicht mehr veränderlich ist. Ob und welche weiteren Faktoren nach der Zeugung noch hinzukommen können, ist unbekannt. Bisher sind keine seriösen Fälle bekannt, in der die sexuelle Orientierung erfolgreich verändert wurde, trotz umfangreicher Versuche vor allem durch Aktivisten der Ex-Gay-Bewegung. Man kann daher sagen, dass die sexuelle Orientierung unveränderlich ist. Dies wird gelegentlich verdeutlicht durch die Redewendung: „Schwul wird man nicht, schwul ist man!“. Im Zuge des Coming-out wird also eine vorhandene homosexuelle Orientierung nicht etwa entwickelt, sondern nur entdeckt.

Originaltextquelle und mehr dazu unter: http://de.wikipedia.org/wiki/Coming_Out

 

 

 

 

 

 

 

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