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Verliebt in einen verheirateten Mann...
geschrieben von: teilzeithippie77 (-)
Datum: 14. Februar 2010 10:48
Vor einem Jahr ergab sich über einen beruflichen Kontakt die Begegnung mit einem Mann, den ich schon damals faszinierend und sympathisch fand. Aus diversen Gründen hatten wir fast ein Jahr lang keinen Kontakt. Ich (32 Jahre) war sehr überrascht, als er (38 Jahre) sich wieder bei mir meldete, allerdings auch aus einem beruflichen Grund. Nach dem ersten Treffen war mir klar, dass ich mich in ihn verlieben könnte und ich wollte ihn unbedingt wiedersehen. Aus meiner Sicht ging es ihm wohl nicht anders, sodass wir am nächsten Tag bereits wieder in Kontakt standen und uns innerhalb von 48 Stunden wieder trafen. Da war mir klar, was ich wollte, aber man überstürzt scließlich nichts. Erneut zwei Tage später kam es zumd ritten Treffen. Bis dain hatten wir uns aber schon über Mails und SMS deutlich gesagt, dass wir etwas füreinander empfinden. Dann aber erzählte er mir, dass er verheiratet sei und Kinder habe. Für ihn sei dieses Gefühl neu und zwischen ihm und seiner Frau liefe nichts. Ich war regelrecht geschockt und bin es im Grunde noch immer. Da finde ich einen Mann, der in mir Gefühle auslöst, die ich gar nicht kannte und bei dem ich mich geborgen und verstanden fühle und dann bekomme ich diese Ohrfeige. Es gab innerhalb weniger Tage viele und heftige Auseinandersetzungen, schlaflose Nächte, doch so sehr es mich zerreißt, ich empfinde so viel für ihn und es macht mich im Grunde kaputt. Er sagte klar, er wisse nicht einmal damit umzugehen, dass er solche Gefühle hat, geschweigedenn könnte er daran denken, seine Frau und die Kinder zu verlassen und sein Leben umzukrempeln. Aber er wolle mich, er würde es versuchen wollen und er hätte panische Angst, den Kontakt zu mir zu verlieren. In dieser Zeit war mir bewusst, wie schwierig es für ihn ist, aber sah er auch meine Seite und meine Gefühle? Kann er selbstverständlich davon ausgehen, dass ich ihn vollends unterstütze und alles hinnehmen kann, wenn ich mich für ihn entscheide? Er erklärte mir, man ginge doch immer durch dick und dünn in einer Beziehung. Aber wir haben doch keine Beziehung!
Ich fühlte mich so sehr zu ihm hingezogen, dass ich ihm nahe sein wollte und ich glaubte, dass er auch herausfinden wollte, wie es ist, einem Mann nahe zu sein. Wir verbrachten eine leidenschaftliche, humorvolle und so unglaublich zärtliche Nacht miteinander. Danach sagte er, es gäbe kein Zurück mehr für ihn, aber er könne seine Kinder und seine Frau nicht verlassen. Immer wenn er mir schreibt oder sich von mir verabschiedet wirkt er auf mich kühl, fast so, als bereue er, was geschehen ist, auch wenn seine gewählten Worte anderes ausdrücken wollen. Ich habe mich derart in ihn verliebt, dass ich gar nicht kann, als diesen Schmerz, den ich die ganze Zeit empfinde, zu akzeptieren, aber ich spüre, dass es mir nicht gut tut. Ständig schwirren Gedanken in meinem Kopf herum, die ich nicht ertrage, aber ich will sie ihm auch nicht immer aufbürden, z.B.
1. Er sagt, mit seiner Frau liefe nichts, aber er mss doch die Fassade aufrecht erhalten. Der Gedanke ekelt mich an, dass er mit ihr schläft und mit mir auch diese Zärtlichkeiten austauscht. Er betrügt seine Frau mit mir und mich mit seiner Frau.
2. Wieso ist er in Mails und SMS so kühl und findet kein zärtliches Wort?
3. Wieso sagt er immer, dass er weiß, was er mir aufbürdet, er könne es aber nicht ändern und fühle sich schuldig, vermittelt mir aber gar nicht das Gefühl, dass er so denkt. Ist es nur eine Floskel?
4. Trotzdem ich weiß, wie er sich fühlt, fühle ich mich respektlos behandelt. Natürlich weiß ich, dass er ein Leben führt, in dem er eine Rolle spielt, aber wenn ich ihm eine liebevolle SMS sende, wieso antwortet er darauf gar nicht?
5. Benutzt er mich nur, um zu experimentieren und verspricht mir Dinge, die er gar nicht halten kann oder will, nur weil er sich beide Seiten warm halten will.
6. Denkt er auch an mich, wenn er bei seiner Familie ist und fällt es ihm dann schwer oder schaltet er das aus und ich bin gar nicht existent?
All das zu denken tut mir weh und es wird ihm vielleicht auch nicht gerecht, denn eigentlich glaube ich ihm alles, was er mir sagt, aber ich habe nun einmal auch Angst, Angst daor, monatelang oder vielelicht sogar Jahre lang eine Schattenfigur zu sein. Sicherlich kann er sich nicht von heute auf morgen trennen und er will mich auch erst kennen lernen, aber wie soll ich unbefangen an diese "Affäre" herangehen? Wie soll ich mit den Ängsten alleine zurecht kommen? Mir stellt sich jetzt noch gar nicht die Frage danach, wie es später laufen könnte, denn dazu ist es viel zu früh. Ich weiß, dass er so vieles mit sich klären muss und dann eventuell auch regeln muss. Wäre es besser, man würde den Kontakt solange einstellen? Ich schlug das vor, er fand es unverschämt, weil ich ihn alleine lassen würde.
Wie groß ist überhaupt die Chance, dass sich zwischen uns etwas entwickelt. Will er - falls er sich trennen sollte - nicht erst einmal das schwule Leben ausleben und erproben, bis er sich erneut bindet? Wie realistisch ist meine Sicht auf diese Situation oder sollte ich schon besser jetzt einen Rückzieher machen, auch zum Selbstschutz? Es wäre eine reine Vernunftentscheidung, die ich im Grunde gar nicht tragen vertreten kann. Aber ich habe nun einmal auch schon viele Erfahrungen gesamelt und habe Angst davor, immer und immer wieder verletzt zu werden. Wie viel Zeit muss ich ihm zugestehen und wann ist der Zeitpunkt gekommen, in dem ich sagen kann, dass er sich entscheiden muss. Ist es falsch, diesen Druck nach einiger Zeit aufzubauen? Habe ich aber nicht auch ein Recht darauf, dass meine eite gesehen wird und nicht nur seine Problematik?
Ich könnte nun noch viel mehr dazu schreiben, aber es soll an dieser Stelle erst einmal genügen. Ich hoffe sehr, dass ich jemanden hier finde, mit dem ich mich austauschen kann, Männer, die eventuell Erfahrungen mit mir teilen können, damit ich einen Weg finde, mit all dem umgehen zu können, denn es zerfrisst mich.
Re: Verliebt in einen verheirateten Mann...
geschrieben von: Victor (-)
Datum: 14. Februar 2010 23:23
Hallo teilzeithippie,
ich kann Dich so gut verstehen, und ich kann ihn so gut verstehen.
Ich bin verheiratet, und habe nach einem heftigen Jahr mit meiner Frau wohl einen Weg gefunden, die nächste Zeit zu gestalten, ohne daß wir und unsere Familie sofort auseinandergehen.
Wenn ich jemanden hätte, der sich in mich verliebt, dann muß er wohl erstmal damit leben, daß es da noch die Familie und die Kinder gibt. Es wird dann noch ein paar Jahre dauern, bis er mich ganz für sich alleine haben kann. Bis dahin müsste/n er/wir entweder mit einer sehr sporadischen Wochenendbeziehung leben, oder er nimmt die Einladung an "und wird Teil unserer Familie" ...
Andererseits passiert es mir selbst jetzt öfter, daß ich "auf einen Mann fliege", der mit Frau oder Freundin in meinem Umfeld auftaucht. Es fällt mir schwer, an solche Männer heranzugehen ... (erst heute habe ich einen gehen lassen müssen, von dem ich nicht genau weiß, ob er was mit "dem Mädel" hat, mit dem er bei der gleichen Veranstaltung war, wie ich. Gleich bei der ersten "Einheit" habe ich in zwei blaue Augen geblickt (-peng-), und konnte nicht wegsehen, und die Augen auch nicht ...
Dann haben wir miteinander geübt ... es war schwer, mit ihm genau das zu üben, was dran war ... (Die Hände, die Arme, das Gesicht ...)
Ich habe es gewagt, ihn beim Abschie (als einzigen der Veranstaltung) zu umarmen und habe bevor er ging einfach noch einmal seine Hand genommen und gedrückt ... (im Zug habe ich geheult ...)
Tja, es ist nicht einfach.
Die Frage an Dich ist: "Muß sich Dein Schwarm entscheiden, zwischen seiner Familie und Dir, oder gibt es die Möglichkeit, einen gemeinsamen Weg zu gehen (bis er evtl. frei ist ...)?"
Lieben Gruß
Victor
P.S. Der Freund meiner Frau steht jetzt vor dem gleichen Problem. Entweder sie fährt sporadisch mal hin, oder er traut sich, zwischendurch mal zu uns zu kommen ... auch wenn ich zu Hause bin ... ... ... ... ... ...
1 mal bearbeitet. Zuletzt am 14.02.10 23:28.
Re: Verliebt in einen verheirateten Mann...
geschrieben von: Rudolf (-)
Datum: 14. Februar 2010 23:38
Hallo,
Ich mach´s mal kurz wenn ich so einen Freund hätte, wie Du dich hier schilderst würde ich mich genauso verhalten wie Dein Freund. Ich bin auch verheiratet, liebe meine Familie. Liebe aber auch meinen Freund, aber meine Frau und Familie ist immer noch Nr. 1, erst dann kommt mein Freund. Du scheinst nicht zu ahnen, was ein verheirateter Mann alles hinter sich lassen muss , wenn er die Schritte machen muss die Du von ihm verlangst. Sorry, Du klammerst mir einfach zu viel.
LG Rudolf
3 mal bearbeitet. Zuletzt am 14.02.10 23:39.
Re: Verliebt in einen verheirateten Mann...
geschrieben von: teilzeithippie77 (-)
Datum: 15. Februar 2010 08:55
Vielen Dank für die Rückmeldungen!
ich lese immer nur, dass man verstehen muss, dass er Familie und Kinder hat. Soll das bedeuten, dass man zugleich nur ein Schattendasein führen muss, weil man sich verliebt hat? Muss er für diese Liebe keine Verantwortung übernehmen? Kann er sich beides nehmen, Familie und Freund, ohne ein schlechtes Gewissen haben zu müssen. Ist es nicht auch feige, nicht zu dem zu stehen, was er ist und eine Fasse aufrecht zu erhalten? Die Ehe ist längst kaputt, die Kinder sind ein großes Thema, das muss man mir als Pädagoge, der sogar im Kollegium einen solchen Fall hat, nicht erklären, aber ist das nicht auch eine schöne Ausrede? Ist es okay, dass er seine Frau belügt und betrügt und etwas vorgaukelt, was nicht mehr da ist?
Der Freund soll also auch akzeptieren, immer wieder betrogen und belogen zu werden? Zu welchem Zweck? Er schreibt mir, dass ich seine Nr.1 sei, weil mit seiner Frau nichts mehr stimmt, er aber die Fassade aufrecht erhalten wolle, alleine schon wegen des näheren Umfelds. Das soll man unterstützen? Ich glaube - mit Verlaub - dass du Rudols hier ziemlich einseitig denkst. Ich scheine nicht zu erahnen, was er hinter sich lassen muss? Scheinst du zu erahnen, was man dem Freund zumutet und was er auf sich nehmen muss? Ist das so selbstverständlich? Wäre man nicht der Nutznießer, indem man zweigleisig fährt, sondern wäre man der Freund oder der Betrogene, wie würde man dann empfinden? Nein danke, dann kann es keine Liebe sein, die er mir vorgaukelt, denn wenn ich jemanden liebe, dann stehe ich bedingungslos zu ihm, so wie er es von mir ja auch erwartet. Aber ich bin froh, nun zu wissen, wie ein verheirateter Mann vermutlich tickt, denn das erleichtert mir definitiv den Umgang mit der Situation. Er hat mir klar gemacht, dass er nicht will, dass ich mich mit anderen treffe, aus Angst mich zu verlieren. Er hat diese Besitzansprüche und ein Recht darauf? Das ich nicht lache...ich weiß, was passieren wird, wenn ich ihm sage, dass ich diese Affäre nicht mehr will, denn dann wird er flennen, sagen, wie wichtig ich ihm bin, dass er mich braucht usw. Aber etwas unternehmen kann er nicht? Das ist feige!
Re: Verliebt in einen verheirateten Mann...
geschrieben von: teilzeithippie77 (-)
Datum: 15. Februar 2010 09:10
Ich habe noch einmal mit Bedacht meinen beitrag gelesen und finde nicht, dass ich so wirke, wie Rudolf es schreibt. Fühlst du dich eventuell angegriffen, weil du weißt, wie richtig ich liege oder jemand es dir auch sagte, den du mochtest?
Ich schildere meine Ängst und Sorgen und erkläre, was ich bereit bin zu geben, mache deutlich, dass ich mich ernsthaft damit beschäftige, um ihn verstehen zu können. Hätte ich mich sonst auf diese Seite hier verirrt? Ich nehme das Ganze sehr wohl ernst und setze mich damit auseinander, aber ich darf dabei doch nicht auf der Strecke bleiben. Werde ich zum Lustobjekt und weiß vielleicht nie, ob er einmal frei sein wird. Und Victor, weshalb dauert es Jahre? Bis wann? Bis die Kinder groß sind, man eventuell das Haus abbezahlt hat? Warum? Weshalb ist man so verhaftet in einem Leben voller Lügen. Kann das glücklich machen? Und merkt nicht auch die Frau irgendwann etwas. Ist es fair, sie so zu behandeln? Ist es fair, sich zu nehmen, was man braucht und den anderen in keiner Weise etwas zurückgeben zu können, wie es in einer normalen Partnerschaft der Fall wäre? Wie kann man sagen, dass es kein Zurück mehr gibt und dann aber doch nichts tun?
Ich habe ihm mitgeteilt, dass ich nicht mit ihm zusammen sein kann. Ich gehe daran kaputt und so sehr die Gefühle es auch bestimmen mögen, ich habe auch ein Recht auf eine vernünftige Partnerschaft, die aus Geben und Nehmen besteht. Somit mache ich es ihm doch leicht, denn er kann seine Fassade aufrecht erhalten, den Sex kann er sich sonstwo holen und er führt sein glückliches Leben. Und ich werde es verkraften und mir einen ungebundenen Mann suchen, einen Mann, der von Anfang an mit offenen Karten spielt und mich nicht erst nach etlichen Treffen ins offene Messer laufen lässt, wenn man bereits über Gefühle gesprochen hat. Das ist nicht fair, Background hin oder her!
Re: Verliebt in einen verheirateten Mann...
geschrieben von: Victor (-)
Datum: 15. Februar 2010 11:16
Hallo,
ok, wenn "er" die Fassade aufrecht erhalten will, dann geht das mit "euch" nicht gut. Fassade kostet unheimlich viel kraft.
Mein Wunsch ist es, das Leben, welches sich (leider oder gott sei dank) nach Heirat und Kinderkriegen ändert, auf eine neue Basis zu stellen, statt hinter einer Fassade weiterzumachen. Dieses Umstellung dauert, geht durch das Tal der Tränen, der schmutzigen Wäsche, der Enttäuschungen, aber auch des Aufatmens und neu Entdeckens ... in eine neue, andere Freiheit (aber eben nicht ohne Pflichten!)
Gib ihm eine Weile Zeit, lass ihn hier mitlesen, lass ihm Zeit, seinen Weg zu finden.
Wenn der für absehbare Zeit hinter Vorhängen und Mauern verläuft, dann ist es wohl nicht Dein Weg ...
Lieben Gruß
Victor
Re: Verliebt in einen verheirateten Mann...
geschrieben von: sterntaler (-)
Datum: 15. Februar 2010 11:30
hallo teilzeithippie,
ab und an lese ich hier auch als inzwischen glücklich getrennt lebende ehefrau eines schwulen mannes....
du fragst wie lange es dauern kann...und ich kann dir nur sagen, dass es sehr lange dauern kann. denn wie rudolph schon schreibt...was gibt ein verheirateter mann alles auf??? die ängste dieser, seine kinder zu verllieren sind immens groß. und dann noch die fragen, was macht das umfeld, der arbeitgeber, die familie...etc. ich glaube nicht, dass du das annähernd nachempfinden kannst.
ich habe unseren kampf...meinen, wie auch seinen...miterleben müssen. und es war die schwerste zeit unseres lebens. ängste auf beiden seiten, lernen loszulassen was man sich gemeinsam aufgebaut hat. und wer das von jetzt auf sofort kann, der hat das "alte" nie wirklich geliebt.
sicher ist es nicht fair, dass er dir vermittelt dich zu lieben, dich halten zu wollen.
er möchte beides...das ist in vielen fällen so. ich nenne es wunschdenken...hoffnung, dass auch das klappen kann, dass alle parteien mitspielen. manchmal klappt das auch, wenn beide seiten eifersuchtsfrei lieben können.
ich fürchte, du kannst das nicht..was ich völlig ok finde. auch ich bin ein monogamer mensch, der nicht teilen kann. auch wenn ich es versucht habe...aber ekel, wie du es ausdrückst, habe ich niemals empfunden.
alleine das gibt mir das gefühl, dass du niemals damit umgehen kannst.
weißt du, er gibt nicht nur seinen frau auf....es hängen kinder mit drin die er mit sicherheit niemals aufgeben wird.
ganz klar nicht fair ist es sicher auch, dass er seine frau hintergeht...sie betrügt. doch auch dazu gehören immer zwei...und du bist ein teil davon. du weißt, er ist verheiratet und hast dich trotzdem mit ihm eingelassen. passiert täglich und überall.
wenn es dann aber raus kommt, tut es dem betrogenen part unendlich weh...zumal hier ja auch noch ein richtungswechsel in der sexualität besteht.
was auch für einen ehefrau sowas wie ein supergau sein kann und es eine lange zeit dauern kann, bis sie diesen schmerz, diese erkenntnis für sich verarbeiten kann.
glg sternlaler
Re: Verliebt in einen verheirateten Mann...
geschrieben von: teilzeithippie77 (-)
Datum: 15. Februar 2010 12:14
Nochmals bedanke ich mich für die Rückmeldungen.
Ich weiß sehr wohl um seine Ängste und die Sorgen bezüglich der Kinder und ich kann das alles sehr gut nachvollziehen. Natürlich ist es nicht leicht, alles loszulassen und sich auch einzugestehen, dass man schwul ist und eine andere Richtung einschlagen muss. Vielleicht aber verharrt man auch zu sehr in dieser Gewohnheit und schafft es nicht. Das Umfeld, der Arbeitsgeber..das alles hat doch auch jeder andere Mensch, der sich outet, daher verstehe ich diesen Zusmamenhang nicht. Außerdem leben wir im selben Berufsfeld, ich kann vieles also durchaus verstehen. Und ist es fairer die Frau weiter zu belügen, anstatt ihr die Möglichkeit zu geben, das Leben auch noch einmal neu zu gestalten. Mich ekelt nicht an, dass er mit einer Frau zusammen ist, ich selbst habe auch Beziehungen zu Frauen gepflegt, mich ekelt die Situation an, dass er sie betrügt und mich letztlich auch. Und entschuldigit bitte, aber wenn ich eifersuchtsfrei lieben würde, bedeutet es dann nicht, dass mir egal ist, mit wem er was treibt? Ist es dan eine echte Liebe? Als ich mich emotional auf ihn eingelassen habe, war mir noch gar nicht klar, dass er verheiratet ist, weil er nichts dazu gesagt hat. Und wie sollte ich dann anders entscheiden? Es wäre eine Vernunftentscheidung gewesen und die kann man nicht treffen, wenn ernsthafte Gefühle im Spiel sind. Und wieso denkt bitter jeder immer nur an ihn und seine Rolle, wieso ist es so selbstverständlich, dass der Randläufer das hinnimmt? Für ihn ist das alles kein Problem? Er muss ggf. irgendwann damit leben, der Buhmann zu sein, er steht immer hinten an, er muss seine Gefühle kontrollieren und zugleich immer Verständnis aufbringen, sich zurück nehmen...ihr wollt mir doch bitte nicht erzählen, dass es halt einfach so ist.
Nun ja, ich weiß auch nicht, ob es so gut wäre, ihn hier mitlesen zu lassen, eventuell wühlt es nur noch mehr in ihm auf.
Ich danke euch sehr für eure Rückmeldungen, aber ich habe meinen Entschluss gefasst. Es geht für mich nicht nur um das Können, sondern auch darum, ob man sich sebst so wenig wert ist, dass man sich für einen Menschen so aufgibt, damit er sein Leben regeln kann. Ist nicht jeder für sein eigenes Leben verantwortlich und brauche ich jemanden, damit ich meines regeln kann? Ich verstehe seine Problematik und ich weiß, wie schrecklich es ist, doch daher denke ich, dass er das alles mit sich alleine ausmachen muss, er muss sich trennen, weil er es will und nicht für jemand anderen. Er kann sich aber auch nicht an den anderen Klammern, in der Hoffnung, dass derjenige alles mit auffängt und letztlich bei Familien und Freunde verantwortlich gemacht wird für diese Situation. Er muss sein Leben regeln und ordnen und danach wünsche ich ihm, dass er sein Glück findet, ich werde nicht an seiner Seite sein. Hiermit schließe ich das Thema auch für mich.
Re: Verliebt in einen verheirateten Mann...
geschrieben von: Robson (-)
Datum: 15. Februar 2010 12:51
Hi teilzeithippie77,
ich kann dich gut verstehen, auch wenn ich einen ähnlichen Weg wie dein Freund gegangen bin. Als ich mich vor ziemlich genau drei Jahren outete, mir selbst eingestand, schwul zu sein, habe ich es schon eine Woche später meiner Frau und kurz darauf meinen beiden Söhnen gesagt, weil ich das Versteckspiel satt hatte. Selbst meinen engsten Mitarbeitern (Ich bin Schulleiter) und meinen engsten Freunden vertraute ich mich bald an. Und keiner hat mich hängen lassen, selbst meine Frau war froh, dass sie endlich wusste, warum ich sie nie begehrt habe.
Die Energie, die durch das Versteckspiel verschwendet wird, kann ich jetzt für mich einsetzten. Natürlich wollte auch ich die Familie nicht verlieren, doch es war ja eigentlich keine Ehe, sondern nur noch ein Nebeneinanderleben. Für meinen jüngeren Sohn war es nicht leicht, wie er mir erst kürzlich sagte, wobei er mir vorwarf, die Familie zerstört zu haben. Ich habe ihm erklärt, dass ich für ihn, seinen Bruder und seiner Mutter viele, viele Jahre alles gegeben habe, aber durch meine Selbstverleugnung mich bald selbst zerstört hätte und dass es nun an der Zeit wäre, an mich zu denken.
Wenn dein Freund dich wirklich liebt, dann kann und darf er das Versteckspiel nicht aufrecht erhalten. Irgendwann kommt so uns so alles heraus. Er muss sich entscheiden!
Wie es der Teufel will, habe ich mich in einen Mann verliebt, der eine feste Freundin hat und sich nicht outen möchte, weil er Kinder und eine Familie haben möchte. Dadurch kann ich auch deine Seite gut beurteilen, wie es ist, eigentlich zu wissen, dass daraus nie was werden wird. So ist das Leben!
Übrigens noch ein Tipp von mir: Am Pfingstwochenende findet das nächste Treffen der schwulen Lehrer im Waldschlösschen in der Nähe von Göttingen statt. Das kann ich dir nur empfehlen. Wenn du Interesse hast, kannst du mir ja eine private Nachricht schicken.
Robby
Re: Verliebt in einen verheirateten Mann...
geschrieben von: teilzeithippie77 (-)
Datum: 15. Februar 2010 13:01
Hi Robby,
nun ja, das klingt alles ganz so, als würdes du mir aus dem Herzen sprechen.
Das baut mich gerade auf, auch wenn es mir nicht darum geht, jemanden zu finden, der mir Honig um den Bart schmiert...
Ich bin auch Schulleitungsmitglied (Konrektor), auch wenn meine permanenten Tippfehler das hier nicht unbedingt vermuten lassen :-)
Mir gefällt dein Text sehr gut, denn letztlich schreibst du auch, dass es aussichtslos ist. Ich hätte ja nicht einmal erwartet, dass er sich nach einer Woche outet und es überstürzt, aber ich denke ähnlich wie du: Wenn die Ehe kaputt ist, dann spielt doch die Zeit keine Rolle mehr, denn die Lawine wird so oder oder ausgelöst, es sei denn, ich trenne mich nie. Dann würden aber klare Verhältnisse herrschen und mir ginge es besser damit zu wissen, dass ich nicht der Trennungsgrund bin, sondern vielleicht nur der Auslöser.
Mich hat das sehr viel Kraft gekostet und es tut mir auch weh, dass hier einige Beiträge darauf abzielen, wie leicht ich es mir mache und wie egoistisch ich bin.
So ist es nicht!!! Am Wochenende spürte ich, wie sehr es mich nervlich belastet, weil ich regelrechte Panikattacken hatte, sie nahmen wir die Luft zum Atmen. Und das muss ich wohl kaum akzeptieren.
Ich danke dir für den Hinweis bezüglich Göttingen. Momentan steht mir nicht der Sinn danach, aber es ist gut zu wissen, dass es das gibt.
Danke dir für deinen Beitrag! Er gibt mir gerade etwas zurück!
Re: Verliebt in einen verheirateten Mann...
geschrieben von: sterntaler (-)
Datum: 15. Februar 2010 14:03
hallo
ich wollte dir nie vermitteln, dass du es dir leicht machst, wenn das so rüber gekommen ist, dann sorry.
nur klar machen wollte ich, dass du dich auf einen lange wartezeit einstellen werden müsstest. denn es ist wirklich sehr oft der fall, dass ungeoutete schwule väter sich unendlichs schwer tun, ihren weg zu gehen, der der ihre sein muss, um glücklich zu werden. nämlich den, die familie zu verlassen...nicht unbedingt dann auch zu verlieren!!!
ich finde es völlig richtig, dass du deinen wert als mensch nicht hinten anstellen willst, davor ziehe ich meine hut.
vielleicht war ich eben auch nur zu feige genau das zu schreiben, was du fühlst.
nämlich, dass du wahrscheinlich im moment keine chance hast, seinen nummer eins zu sein. da kann ich dir nicht viel hoffnung machen...denn wie gesagt.
er möchte beides...für den moment...der unabsehbar lang sein kann.
irgendwann...so hoffe ich auch für ihn (für dich mag es dann zu spät sein)...wird er wissen, dass es für kein zurück in die heterowelt geben wird.
wer diesen ersten schritt gegangen ist, findet den weg selten zurück, ohne sich dabei ganz aufzugeben. doch das muss er ganz alleine rausfinden...und diesen schritt auch alleine gehen.
glg
glg
Re: Verliebt in einen verheirateten Mann...
geschrieben von: maks (-)
Datum: 15. Februar 2010 14:33
Hallo Teilzeithippe77,
komme gar nicht mit dem Nachlesen der Beiträge bei. Viele Gedanken schwirren in meinem Kopf.
Ich spüre die Ungeduld auf beiden Seiten. Auch deine Verletzlichkeit die diese Situation in dir auslöst.
Egoistisch finde ich dich im Grunde nicht. Aus meiner Sicht ist es wichtig das du ein gutes Gefühl für die Situation bekommst.
Hier ein paar Gedanken von mir:
Zu Deinen Fragen am Anfang:
"1. Er sagt, mit seiner Frau liefe nichts, aber er muss doch die Fassade aufrecht erhalten. "
So war es bei mir auch. Habe dann aber die Zuneigung zu einem Mann gelebt. Hatte nur zum Teil das schlechte Gewissen gegenüber meiner Frau. War halt wie im Film.
Merkte dennoch dass dieser Zustand irgendwann ein Ende habe würde. Und so ist es auch geschehen. Die Zeit hat es einfach gebracht.
"Der Gedanke ekelt mich an, dass er mit ihr schläft und mit mir auch diese Zärtlichkeiten austauscht. "
Dieses "Problem" hatte ich nach dem Ende meiner Ehe - nur mit Männern.
Bin ich, nach 20 Jahren monogamer Partnerschaft, bereit auch Sex mit mehreren Männern zu haben.
Macht es mir etwas aus zu wissen, das der Mann , mit dem ich gerade Sex habe, auch mit anderen Männern Sex hat.
Ich mußte erstmal lernen , das eine vom anderen zu unterscheiden. Und für mich herausfinden, was ich will und kann.
"Er betrügt seine Frau mit mir und mich mit seiner Frau. "
Das Thema "Betrügen" habe ich auch schon hinter mir. Auch da habe ich es mir erst mal "leicht" gemacht, das ich mich darauf eingelassen habe als Objekt zum Fremdgehen zur Verfügung zu stehen.
Im Nachhinein, wollte ich nicht mehr als Objekt zur Verfügung stehen. Fühlte mich somit auch mitverantwortlich. Und so habe ich dann das auch nicht mehr getan.
Auch zum Eigenschutz.
"2. Wieso ist er in Mails und SMS so kühl und findet kein zärtliches Wort? "
Mit Mails und SMS bin ich sehr zurückhaltend. Kann es einfach nicht ertragen, darauf zu antworten. Habe dieses auch mit meinen jeweiligen Männern abgeklärt, das es nichts zu bedeuten hat, wenn ich nicht antworte.
Wenn der jeweilige Mann mir etwas schickt, freue ich mich trozdem. Und wenn ihm es dabei gut geht, so solle er dieses auch tun.
"3. Wieso sagt er immer, dass er weiß, was er mir aufbürdet, er könne es aber nicht ändern und fühle sich schuldig, vermittelt mir aber gar nicht das Gefühl, dass er so denkt. Ist es nur eine Floskel? "
Ich denke, es ist keine Floskel. Er weis im Grunde noch nicht so wirklich was passiert.
Er ist halt in einem extremen Veränderungsproess.
"4. Trotzdem ich weiß, wie er sich fühlt, fühle ich mich respektlos behandelt. Natürlich weiß ich, dass er ein Leben führt, in dem er eine Rolle spielt, aber wenn ich ihm eine liebevolle SMS sende, wieso antwortet er darauf gar nicht? "
Das Dir das nicht passt, ist wichtig das Du mit ihm redest. Das ist dein gutes Recht.
Wenn er ,weiterhin seine Rolle spielen will, dann ist das seine Sache. Und da du darunter leidest, deine Entscheidung zu treffen , die dir gut tut. Auch wenn es momentan weh tut.
Mit der SMS - s.o. - Kann mir auch vorstellen, je nachdem wie häufig die SMS kommen, das das ihn einengt.
"5. Benutzt er mich nur, um zu experimentieren und verspricht mir Dinge, die er gar nicht halten kann oder will, nur weil er sich beide Seiten warm halten will. "
Ich glaube er hängt irgenwie zwischen den Stühlen.
"6. Denkt er auch an mich, wenn er bei seiner Familie ist und fällt es ihm dann schwer oder schaltet er das aus und ich bin gar nicht existent? "
Sowohl als auch. Er kann ja nicht pausenlos an dich denken. Je nachdem wieviel Kraft es ihm kostet seine Rolle zu spielen oder zu leben.
..........................................
Letztendlich muss er sein Leben gestalten und Du deins.
Mir haben in entscheidenen Situationen Sprüche geholfen:
so z.b.
die Gelassenheit alles hinzunehmen, was nicht zu ändern ist,
die Kraft zu ändern, was nicht länger zu ertragen ist
und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.
Liebe Grüße Maks
Re: Verliebt in einen verheirateten Mann...
geschrieben von: teilzeithippie77 (-)
Datum: 15. Februar 2010 14:54
Ist nicht das, was ich bereits die ganze Zeit schreibe?
Er muss diesen Weg alleine gehen und herausfinden, was und ob er es überhaupt will, denn sonst würde er mich evtl. irgendwann dafür verantwortlich machen.
Ich kann ihm aber nicht nur als guten Freund zur Seite stehen, weil es mir schwerfallen würde und ihm auch nicht hilft.
Ich denke auch, dass es für ihn kein Zurück mehr geben kann, weil er sich selbst verleugnen müsste, aber ich kann zu diesem Zeitpunkt nicht Teil seines Lebens sein, weil wir einfach keine unbeschwerte Partnerschaft aufbauen könnten.
Im Grunde fühle ich mich durch eure Beiträge hier bestätigt in meinem Denken und wenn nicht ihr, wer sollte es sonst wissen, da ihr selbst das alles erlebt habt.
Vielleicht könnte ich ihm beistehen, wenn er klare Verhältnisse schafft und dann Kraft braucht, sich aber bekennt. Und das kann und will ich nicht erwarten, verlangen oder durch meine bloße Anwesenheit erzwingen, denn ich möchte, dass es ihm gut geht, er nicht unter Druck steht und freiwillig eigene Entscheidungen trifft.
Das aber bedeutet für mich, dass ich mich für ihn, für uns und natürlich auch für mich verabschieden muss.
Und ja, du hast recht sterntaler, es kann eine lange Wartezeit sein, vielleicht meldet er sich irgendwann und hat es bewältigt und ist frei und vor allem auch offen und bereit für eine ernsthafte Partnerschaft mit mir. Vielleicht aber ist dann bereits so viel Zeit vergangen, dass ich jemand anderen kennen gelernt habe oder er sogar kein Interesse mehr an mir hat, weil ich irgendwie der Auslöser war oder gar nicht mehr interessant bin für ihn. Eines ist aber für mich auch klar...ich kann und werde nicht versprechen, dass ich in dieser Wartezeit frei für ihn bleibe, weil es hier auch um mein Leben geht.
Ich danke vor allem Robby und Sterntaler, aber auch allen anderen für die Beiträge.
Jetzt, da es im Grunde auch für mich klarer wird, denke ich, dass es ihm vielleicht sogar hilft, wenn er diese Threads hier lesen kann, damit er auch meine Sicht der Dinge versteht.
Sollte er das tun, so soll er ruhig wissen, dass er mir alles bedeutet, weil ich noch nie so intensiv für jemanden empfunden habe, aber ich muss auch realistisch bleiben und den Weitblick haben, den er momentan vielleicht nicht haben kann und ich muss ihn und mich schützen.
DANKE!!!
P.S.: Ich glaube, ich bleibe hier dennoch Mitglied, denn hier scheint es nette und vernünftige Menschen zu geben, die ernsthaft mit "schwulen" Problemen umgehen.
Re: Verliebt in einen verheirateten Mann...
geschrieben von: teilzeithippie77 (-)
Datum: 15. Februar 2010 17:24
Die Gedanken sind gesackt, mir geht es sehr schlecht mit der Entscheidung und er wird es vermutlich nicht verstehen und sagen, dass er nach so kurzer Zeit doch nicht weiß, ob er sich für mich entscheidet.
Darum aber geht es nicht, denn auch ich weiß nicht, ob es letztlich klappen würde.
Es geht hier nicht um eine Entscheidung für mich oder gegen mich, denn dazu ist es zu früh. Es geht um die Entscheidung Ehe oder Trennung.
Dennoch müsste er zunächst klare Verhältnisse schaffen und diese haben nichts damit zu tun, ob er ausschließlich mit mir zusammen sein möchte, sondern alleine damit zu akzeptieren, dass die Ehe nach seiner Aussage nicht mehr läuft und er nun einmal auch schwul ist. Das muss er für sich klären, dann den nächsten Schritt tun und dann kann man den Kontakt ggf. aufnehmen, um herauszufinden, ob man nun zueinander gehört oder nicht. Ich finde hier gerade den Beitrag von Robby besonders klar und logisch.
Danach kann ich ihm zur Seite stehen, dann würden wir eventuell sogar eine Beziehung aufbauen und füreinander da sein, aber dann hätte ich Klarheit und könnte vollends für ihn da sein und er auch für mich, damit man es gemeinsam bewältigen könnte. Dazu ist er aber nicht bereit.
Mir zerreißt es gerade das Herz, ich füge mir selbst unheimlichen Schmerz zu und er weiß auf Grund meiner Geschichte, wieso es so schwierig ist, aber mir tut vor allem weh, dass ich ihn damit verletze und ihn wahrscheinlich auch verloren habe.
J. IHDL, M.
Re: Verliebt in einen verheirateten Mann...
geschrieben von: maks (-)
Datum: 15. Februar 2010 18:14
Hallo Teilzeithippi77,
ich leide gerade mit Dir/euch.
Was ihr beide braucht, ist Freundschaft.
Nur - ihr beide seit Liebende - und das verträgt sich gerade nicht mit Freundschaft.
Jeder von euch beiden bracht einen starken Freund der euch, jeder für sich, durch die Turbolenzen des Lebens begleitet.
Ganz nach dem Motto:
"Die Liebe fragt die Freundschaft:
Wofür bist du eigentlich da?
Die Freundschaft antwortet die Liebe:
Ich trockne die Tränen, die du angerichtet hast."
LG Maks
PS: gucke mal in die "PM" rein.
Re: Verliebt in einen verheirateten Mann...
geschrieben von: teilzeithippie77 (-)
Datum: 15. Februar 2010 22:28
Ich habe mich richtig entschieden.
Er machte ganz deutlich, dass er gar nicht bereit ist, sich von seiner Frau zu trennen. Er sagt, er wolle mit mir erst viele schöne Momente erleben, ebvor er sich entscheidet. Was sagt ihr nun dazu? Das ist das Allerletzte!!!
Es tut sehr weh, aber so muss er sich nicht mehr mit dem Konflikt auseinandersetzen. Er wird seine Frau weiterhin betrügen, denn er wird seine Neigung nicht verdrängen können, aber er wird mich dazu nicht mehr benutzen und darüber bin ich sehr froh.
Natürlich tut es weh, aber besser jetzt, anstatt später, wenn ich ihm schön geholfen habe und er mich dann sitzen gelassen hätte...
Re: Verliebt in einen verheirateten Mann...
geschrieben von: maks (-)
Datum: 15. Februar 2010 23:05
Lieber Teilzeithippie77,
das war dann wohl der richtige Zeitpunkt Schluss zu machen.
Sei getröstet in Deinem Schmerz und gestärkt in Deiner Entscheidung.
Liebe Grüße Maks
Re: Verliebt in einen verheirateten Mann...
geschrieben von: teilzeithippie77 (-)
Datum: 16. Februar 2010 07:05
Es scheint, als wäre es der absolut richtige Zeitpunkt gewesen. Nach einer weiteren schlaflosen Nacht ist noch klarer geworden, dass es keine andere Möglichkeit gibt.
Ich habe nun begriffen, dass er sich beiden nehmen will. Er will beides nicht loslassen, ist aber auch nicht bereit für das eine oder das andere etwas aufzugeben.
Ich fühle mich benutzt und auch hintergangen, denn er hätte schon am ersten Abend einfließen lassen können, dass er verheiratet ist, damit das Problem gar nicht erst aufgekommen wäre und da er nicht bereit ist, etwas zu ändern, sondern sich nur genommen, was ihm gefällt und er mich für die schönen Momente haben wollte, fühle ich mich wirklich ausgenutzt. Ich weiß gerade nicht, was schlimmer ist: Der Schmerz über die Erkenntnis, wieder dem Falschen vertraut und Gefühle geschenkt zu haben, die Wut darüber, derart enttäuscht zu werden oder die Wut, wieder auf jemanden herein gefallen zu sein. Schöne schwule Welt!
Naja, wieder ein Aspekt auf der Erfahrungsliste, wenigstens etwas was wächst und gedeiht, wenn es schon nicht die Liebe ist und eine funktionierende Beziehung.
Ich glaube, dass er sich vielleicht wirklich trennen möchte und entsprechende Fantasien auslebt, aber er kann es nicht, weil er die Kraft dazu nicht hat und die wollte er sich über mich holen, indem wir schöne Momente erleben. Diesen Schritt kann ich aber nicht für ihn tun oder tragen, er hätte ihn alleine machen müssen und dann wäre ich für ihn da gewesen. Ich weiß, dass er seine Neigung weiterhin ausleben wird, doch er wird ein trauriger Mensch bleiben, der immer wieder gegen die and läuft, wenn er sich nicht bekennt. Klingt arrogant, aber er hätte es mit mir schaffen können, weil ich allen für den Menschen gebe, den ich liebe, wenn er sich vollends zu mir bekennt. Er kann mir auch jetzt nicht einmal sagen, dass er mir nicht will und nicht bereit ist, etwas zu tun, aber er ist auf dieses Zwischenleben fixiert und läuft vor Entscheidungen davon, stellt sich nicht seinen Gefühlen und dem Leben. Dann kann ich ihm auch nicht helfen.
Ich sage es weiterhin, auch wenn er das alls hier vielleicht nicht mehr liest:
Ich empfinde so stark für ihn und behandle seine Situation mit Respekt und Anstand, vor allem aber ihn selbst. Ich hätte alles dafür getan, mir mit ihm etwas aufzubauen und Verständnis für seine Situation aufgebracht, doch solange er keine Farbe bekennt, kann und will ich ihm nicht helfen. Und wenn wir einmal ehrlich sind, war es vermutlich nur der Reiz des Neuen, der Sex, aber keine ernsthaften Gefühle, wenn r nicht einmal in der Lage dazu ist, eine klare Entscheidung zu treffen.
Ich danke euch allen nun noch einmal und verabschiede mich dann auch aus diesem Forum!
LG
Re: Verliebt in einen verheirateten Mann...
geschrieben von: Victor (-)
Datum: 16. Februar 2010 08:51
Hallo Teilzeit...
ich denke, Du hast für JETZT die richtige Entscheidung getroffen.
Aber, bitte, denke nicht soooo schlecht über IHN. "ausnutzen", "beides mitnehmen", "nicht loslassen wollen" ... oder ähnliches mag aus Deiner Sicht zwar richtig sein, aber, für ihn ist es noch ganz anders.
Ich kenne es aus eigener Erfahrung. Der Leidensdruck muß erst sehr sehr groß sein, bevor man an seiner gewohnten Umgebung Änderungen vornimmt.
Meine oberste Maxime war es, bevor ich was mache, bevor ich "dabei gesehen werden könnte", muß ich es denen sagen, die auch davon betroffen sind. Also hat es meine Frau zuerst erfahren, und dann auch die Kinder. Also gibt es von fremder Seite nichts mehr, was sie überraschen könnte ... (Danach folgte ein Jahr der Änderungen...)
Ich war so weit, mit einem Rucksäckchen in den nächsten Zug zu steigen und abzufahren. Ich wollte nicht mehr so leben wie bisher. Es war mir egal.
Aus dieser Einstellung gewann ich dann die Kraft, auf den ersten Blick sehr sehr unangenehme "Ansagen" zu machen und Entscheidungen zu treffen und bestimmte Dinge "zu leben". Es war nicht leicht, tränen- und schmutzreich, doch jetzt endlich auch erfolgreich, dank meiner Frau, Partnerin und Freundin.
Lass ihn los, aber sei ihm nicht böse, sein Leidensdruck ist noch nicht groß genug, um weitergehende Entscheidungen zu treffen. Und vorher kann er vielleicht Liebschaften, Lover und Sex habe, aber mit Sicherheit ist da kein Platz für "tiefergehende Liebe" und neue Partnerschaft.
Lieben Gruß
Victor
P.S. Zeig ihm mal diese Internetseite ...
1 mal bearbeitet. Zuletzt am 16.02.10 08:55.
Re: Verliebt in einen verheirateten Mann...
geschrieben von: teilzeithippie77 (-)
Datum: 16. Februar 2010 10:13
Danke Victor!
Doch, ich nehme es ihm übel, weil er von Anfang an mit offenen Karten hätte spielen können und das hat er nicht getan, warum? Weil er Hoffnungen hegte und sich nichts verbauen wollte?
Er kennte diese Internetseite, hält aber nichts davon. Naja, vielleicht schaut er sich hier doch noch einmal um, aber wie du schon sagst, der Leidensdruck ist nicht groß genug und damit auch nicht der Antrieb. Vielleicht kam ich zur falschen Zeit. Aber ist das ein Grund so mit meinen Gefühlen umzugehen?
Ich bin froh über meine Entscheidung und ich glaube noch immer fest daran, dass es klappen könnte, wenn er intensiv darüber nachdenkt und klare Verhältnisse schafft, doch das wird er nicht tun, weil er Angst davor hat, sich mit alldem auseinandersetzen zu müssen. Dabei weiß er selbst schon jetzt ganz genau, dass er früher oder später diesen Schritt tun muss und leichter wird es für ihn auch nicht, denn die Lawine kommt so oder so, nur jetzt steht er wirklich alleine damit!
Naja, liebe Männer, ich bin zu haben und stürze mich wieder in die schöne schwule Welt :-)
LG, telzeithippie77 :-)
Re: Verliebt in einen verheirateten Mann...
geschrieben von: micha.886 (-)
Datum: 16. Februar 2010 14:21
Hallo Teilzeithippie,
ich habe das alles hinter mir und wusste auch nicht, WANN ich soweit wäre, alles hinter mir zu lassen und mein Leben umzukrempeln.
Aber wenn du ihn so unter Druck setzt, wird er noch mehr "zu" machen... denk mal drüber nach.
LG
Micha
Re: Verliebt in einen verheirateten Mann...
geschrieben von: muctommes (-)
Datum: 20. Februar 2010 07:39
Servus Leute,
ich kann Micha nur zustimmen, da ist viel zuviel Druck in der Gefühlskiste, unter Liebe verstehe ich was anderes. Gegenseitige Besitzansprüche machen es da nicht leichter.
Ein verheirateter Mann versucht zu teilen, um seinen Weg zu finden. Der vermeintlich verständnisvolle Liebhaber kann oder will nicht teilen, das kann nicht gut gehen. Da sollten doch wohl beide loslassen können.
Ist für alle Beteiligten sicher das Beste.
LG Tom
Re: Verliebt in einen verheirateten Mann...
geschrieben von: Asklepios (-)
Datum: 24. Februar 2010 00:54
Egal, wie man eine solche Beziehung nennen möchte:
Sie hat keine Zukunft.
Vor allem ... bei aller Euphorie und bei allen Gefühlen:
Warum sollte der Verheiratete dem Egoismus des ledigen Liebeleins
seine Existenz zerstören, samt allem, was er sich zuvor aufgebaut hat!?
Wenn ich den Thread so verfolge, ahne ich nichts Gutes dabei
und lande wieder bei Zeile 2 ...
Und merke:
Nicht jede Romanze hat das Anrecht auf ein Happy-End!
Re: Verliebt in einen verheirateten Mann...
geschrieben von: teilzeithippie77 (-)
Datum: 24. Februar 2010 05:56
LOOOL
Es ist also für dich purer Egoismus, dass man eine monogame Liebe leben möchte?
Und der verheiratete Mann hat das Recht darauf sich alles zu nehmen, was er kriegen kann?
Ist das auf Dauer nicht egoistisch und letztlich auch absolut charakterschwach, wenn er sich alles nimmt, seine Frau und Kinder belügt, weil er vorgibt etwas zu sein, was er gar nicht ist? Naja, man kann sich Dinge auch schön reden :-)
Er zerstört doch gerade dadurch die Bindung zu seinen Kindern, wenn er sich irgendwann nach viel zu vielen Jahren outet oder sie es zufällig erfahren.
Ich kenne zwei Fälle persönlich und habe nun viel darüber gelesen. Es kann gut gehen, aber man kann sich und andere auch Jahre lang selbst betrügen und Menschen hintergehen!
Naja, aber das Teilen und zweigleisig fahren scheint ja ohnehin üblich in der schönen schwulen Welt...die leider immer noch eine Fassade ist.
Monogame und ernsthafte Beziehungen gibt es da wohl kaum!
Meine letzten Vorredner scheinen dahingehend etwas verlogen zu sein und sich die Welt gerne so zu drehen, wie es zum eigenen Vorteil ist, aber viele Schwule sind nun einmal Egomanen.
Re: Verliebt in einen verheirateten Mann...
geschrieben von: sterntaler (-)
Datum: 24. Februar 2010 08:43
ja, verheiratete wollen gerne beides, das ist so. und oft...nicht immer...ist es fassade.
und ich gebe dir völlig recht, dass das egoisisch ist!!!
nur sie tun es nicht aus diesem grund, sondern nur aus einer totalen angst heraus, was danach alles passieren könnte.
und es gibt sehr wenige männer, die den schritt der offenlegung sofort durchziehen.
lg sterntaler
Re: Verliebt in einen verheirateten Mann...
geschrieben von: teilzeithippie77 (-)
Datum: 24. Februar 2010 15:07
Hallo Sterntaler,
mir ist bewusst, dass sie dies aus Angst machen. Doch bedeutet es nicht, dass ich als Single deshalb egoistisch bin, sondern auch das Leben führen möchte, das mir zusteht, so wie sich verheiratete Männer einfach das Recht nehmen, beides leben zu wollen. Vielleicht finden sie auch jemanden, der das mit ihnen teilt, wunderbar!
Mich regt diese Diskussion hier auch gar nicht mehr auf, ich habe das Thema für mich ad acta gelegt und bin mit "meinem" verheirateten Mann zu einer angenehmen Einigung gekommen, die ich hier nun aber gar nicht breittreten möchte. Man wird sehen, wohin es uns führt.
LG
Re: Verliebt in einen verheirateten Mann...
geschrieben von: sterntaler (-)
Datum: 24. Februar 2010 18:22
dann wünsch ich dir viel erfolg..auf welchem weg auch immer.
ich war übrigens auch nur einen gewissen teil bereit zu teilen, auch aus ängsten heraus, alles zu verlieren udn weil ich verstanden habe, was in ihm für ein kampf stattfindet. es war ein versuch, den ich nicht bedaure...
nur der egoismus wie oben erwähnst, nimmt irgendwann die luft zum atmen...
daher versteh ich, mehr als du denkst, dass das nicht deine zukunft sein kann.
ich habe mich schlussendlich für MICH entschieden...nicht gegen ihn...ein richtiger und guter weg.
entscheidungen müssen irgendwann getroffen werden....wer auch immer dann den ersten schritt macht!!!
alles liebe
sterntaler
Re: Verliebt in einen verheirateten Mann...
geschrieben von: LeonSW (-)
Datum: 24. Februar 2010 19:00
Hallo Teilzeithippie !
Nachdem Du Deine Geschichte hier in aller epischen Breite erzählt hast und ich als Leser mitgefühlt habe, würde es mich schon interessieren, zu welcher "angenehmen Einigung" Du nun mit Deinem Mann gekommen bist. Vielleicht ergeben sich ja auch aus dieser Einigung Anregungen für all diejenigen, die vergleichbare/ähnliche Probleme haben...
LG
Leon
Re: Verliebt in einen verheirateten Mann...
geschrieben von: sterntaler (-)
Datum: 25. Februar 2010 09:53
Hallo Leon
das ganze war ein ziemlich langer weg mit vielen gesprächen, tränen und kämpfen...auf beiden seiten natürlich. und er hat mehr als 4 jahre gedauert.
von meinem coming dahinter (damals bezeichnete er sich als bisexuell) bis hin zu meiner entscheidung mich zu trennen.
ich konnte seine zweite seite nicht mehr mittragen...ich funktionierte nur noch, musste ertragen und seine forderungen wurden immer größer. dann setzt doch irgendwann der selbsterhaltungstrieb ein.
wir beide haben seinerzeit mit einer paartherapeutin zusammen gearbeitet und unser großes ziel war, wenn trennung, dann eine mit würde. unseretwegen und natürlich wegen der kinder. ihnen wollten wir zeigen, dass so etwas auch geht!!!
und es geht...nicht immer, denn klar hab auch ich heute immer noch ab und an eine gewisse traurigkeit in mit...aber ich denke, das darf ich auch, denn schließlich habe ich diesen mann einmal sehr geliebt und war 27 jahre mit ihm zusammen. mehr als mein halbes leben. und zu sehen, dass er fast sofort nach de trennung jemand aneres gefunden hat, fühlte ich mich sehr schnell ausgetauscht.
diese gefühle lasse ich zu, reibe mich aber nicht mehr dran auf. es ist halt so.
ich schaue positiv auf vergangenes zurück, denn all das was wior beide zusammen hatten, das kann mir keiner mehr nehmen.
ansonsten nehem ich nun sehr viel abstand...ich habe losgelassen...und der kontakt geht nur noch darüber, wenn es um die kinder geht oder um unser gemeinsames haus.
mein exmann kümmert sich finanziell sehr gut um mich...für ihn ist das selbstverständlich, was leider nicht immer der fall ist, wie ich es von anderen frauen weiß. kein krieg, sondern klare vereinbarungen mit guten gesprächen, wie man was löst. wir können das sehr gut...feiern auch ab und an noch zusammen, gehen uns also nicht bewusst aus dem weg.
und seinen partner mögen sowohl die kinder als auch ich...und das ist gut so. gerade wegen der kinder. er gehört eben bei familienfeiern inzwischen dazu.
die frage...was wäre wenn...die stelle ich mir nicht mehr.
für mich ergibt sich eine chance auch noch was neues anzufangen, zu erleben...wenn ich soweit bin.
so schnell wie bei ihm hat das nicht hingehauen...ich war nicht frei...inzwischen bin ich es und schaue nun, was alles so passiert...smile.
unsere kinder sind sehr stolz auf uns...das war unser großes ziel, meine vision. und ich bedaure es nie, dass wir diesen weg noch gemeinsam gegangen sind.
lg sterntaler
Re: Verliebt in einen verheirateten Mann...
geschrieben von: teilzeithippie77 (-)
Datum: 25. Februar 2010 18:27
Hallo Sterntaler,
deine Mail ha mich doch sehr berührt.
Ich frage mich, ob es der erste Partner für deinen Mann war, mit dem er nun zusmamen lebt und funktioneirt diese Beziehung augenscheinlich.
Ich freue mich für ihn, aber auch für euch, denn ihr scheint nun eine gute Lösung gefunden zu haben, mit der sich letztlich trotz all der Schmerzen alle arrangieren konnten.
Das bewundere ich sehr und ich würde es mir auch für uns wünschen.
Und nun für alle Leser...
Nun, was soll ich sagen, ich wurd enun aufgefordert, doch einmal Stellung zu nehmen und das möchte ich tun. Es ist ganz eindeutig, dass wir einander sehr viel bedeuten und uns nicht aufgeben möchte, ohne zu wissen, wohin es uns wann auch immer führen wird. Man hat nie eine Garnatie, in keiner Beziehung, aber ich bedauere sehr, dass dieses unbeschwerte Glück einer Kennenlernphase nicht möglich ist und auch niemals nachzuholen sein wird. Wir haben sehr intensive Gespräche geführt, gestern noch einige Stunden und natürlich wissen wir selbst noch nicht, wie es laufen soll, aber ich glaube, dass wir beide einander besser verstehen. Ich weiß um seine Problematik und er weiß um den Schmerz, den ich empfinde, um die Gram, die ich in unserem Miteinander habe, weil ich permanent zurück stecken muss.
Letzt lich aber - und da kann ich nur für mich sprechen - sind meine Gefühle derart stark, dass ich gar keine andere Wahl habe, als mich vollends auf ihn und unsere Geschichte einzulassen. Ich weiß nicht, ob mir alsbald ein Mann begegnet, der mir alles geben kann, was ich mir wünsche und dem ich mich dann zu wende, vielleicht aber wird er sich auch irgendwann entscheiden können, aber ich möchte noch immer nicht der Grund für seine Entscheidung sein. Es wird schwer sein, die schönen Momente zu genießen, weil sie für mich ja doch immer auch getrübt sind und ihm geben sie aber vermutlich die Sicherheit und den Halt, den er eventuell braucht, um sich zu lösen.
Ich habe ihm klar gemacht, dass ich keinerlei Ansprüche mehr hege. Er weiß um meine Schmerzen, aber diese lassen sich nicht ändern, also muss ich sie ihm nicht mehr mitteilen. Wenn es mir zunehmend schlechter damit geht, wird irgendwann der Selbsterhaltungstrieb eine Entscheidung treffen. Ich habe nie die Absicht gehabt, ihn unter Druck zu setzen, ich wollte ihm lediglich klar machen, dass ich eine solche Beziehung nicht möchte und auch jetzt sage ich das klipp und klar, denn auf Dauer kann ich das nicht ertragen. Abgesehen davon, dass ich ihn nicht unter Druck setzen will (was ich aus seiner Sicht aber schon alleine dadurch mache, dass wir schöne Momente haben und er nicht weiß, was er machen soll), macht es keinen Sinn, sich weiterhin mit Vorwürfen fertig zu machen. Natürlich können wir versuchen, einige schöne Tage miteinander zu verbringen, eventuell hilft es ihm, aber vielleicht auch nicht. Momentan kann ich das schultern, ich weiß nur nicht, wie lange ich das kann, aber solange werde ich ihm die Zeit dazu geben. Ich denke aber trotzdem - und dabei bleibe ich - dass er mir vieles abverlangt und das es nicht selbstverständlich sein darf und es muss auch etwas zurückkommen, denn eine Partnerschaft besteht auf Geben und Nehmen.
Mich zerreißt es innerlich - trotz der schönen Stunden, doch dieses gebunden sein und abhängig sein an seinen Terminplan, an sein Umfeld...das alles kann man doch nur tragen, wenn man wirklich liebt. Ja, ich bin bereit es zu tragen, ich habe es ihm gesagt und ihm vermittelt, dass ich ihn liebe. Er fühlte sich dadurch sicherer, wie er sagt und es täte ihm gut, aber er würde nun nur noch mehr darüber nachdenken.
Na dann dürfte ich gar nichts mehr sagen, weil alles in diese Richtung ihn unter Druck setzt.
Womöglich stirbt aber immer auch ein bisschen mehr Liebe von Mal zu Mal, in dem man enttäuscht wird, wenn man gerade nah beieinander ist, die Frau anruft, er wie wildgeworden aufspringt, in die Klamotten hüpft, mir sagt, ich solle ihn beruhigen und trösten, ich ihn in den Arm nehmen will, weil er mich dazu auffordert, die marmung dann aber nicht erwidert....so geschehen am Sonntag...wenn das nun immer wieder geschieht, über einen längeren Zeitraum, dann wird diese Liebe sterben, denn das kann sie nicht aushalten. Wozu soll ich das auch aushalten, denn mir muss es dabei doch auch gut gehen dürfen oder muss ich alles nur tragen?
Nach vielen Gesprächen mit ihm und meinem näheren Umfeld und auch auf Grund der Tatsache, dass meine Gefühle derart stark sind, möchte ich ihn nicht aufgeben und verlieren, ich möchte das alles auf mich nehmen, aber ich weiß nicht, wie lange ich diese Prüfung ertrage und ob ich sie bestehen kann.
Ich liebe ihn...
Re: Verliebt in einen verheirateten Mann...
geschrieben von: Robson (-)
Datum: 25. Februar 2010 19:16
Hi teilzeithippie77,
deine letzte Nachricht hat mich sehr berührt, weil ich mich gut in deine Gefühle hineinversetzen kann. Ja, du liebst ihn, das spürt man in jeder Zeile. Ich kann dich gut verstehen, dass du viel auf dich nehmen möchtest dafür. Aber pass´auf, dass du dabei nicht "unter die Räder" kommst und auf der Strecke bleibst. Aber das ist alles leichter geschrieben als gelebt; ich weiß von was ich schreibe!
Ich wünsche dir viel Energie, Kraft und in wichtigen Momenten einen kühlen Kopf; bleib so gefühlvoll wie du anscheinend bist.
LG Robby
Re: Verliebt in einen verheirateten Mann...
geschrieben von: LeonSW (-)
Datum: 25. Februar 2010 20:19
Hallo Teilzeithippie !
Es ist sehr interessant, Deine letzten Ausführungen zu lesen, denn ich befinde mich in einer nicht ganz unähnlichen Situation...Dazu andermal vielleicht mehr.
Ich wünsche Dir jedenfalls viel Glück, folge Deinem Herzen ! Wenn Du ihn liebst, darfst Du ihn nicht vorschnell aufgeben !
LG
Leon
Re: Verliebt in einen verheirateten Mann...
geschrieben von: teilzeithippie77 (-)
Datum: 25. Februar 2010 21:07
Hallo ihr Lieben,
es ist schwierig, einen kühlen Kopf zu bewahren, wenn es um Gefühle geht, aber ich versuche es, dennoch kann ich keine Vernunftentscheidung treffen, weil ich mich immer fragen würde, ob er nicht der Mann für mein Leben gewesen wäre und ich einfach nicht dafür gekämpft habe.
Leon, ich würde gerne auch deine Story erfahren, eventuell magst du dich über die PM ja einmal melden? Es würde mich sehr freuen, wenn wir uns darüber austauschen und evtl. auch stützen könnten.
Re: Verliebt in einen verheirateten Mann...
geschrieben von: teilzeithippie77 (-)
Datum: 28. Februar 2010 15:57
Hier bin ich wieder,
nun teile ich euch mit, dass es nicht geklappt hat.
Heute habe ich ihm mitgeteilt, dass ich die Vernunftentscheidung gegen ihn fällen muss, weil wir beide nicht die Kraft haben, diese Herasuforderung zu meistern.
In dieser Woche hat er mir deutlich gemacht, dass ich eine Randfigur in seinem Leben bin und er berichtete auch von seinem besten Freund, der auch mal so eine Phase mit so einem Typen hatte.
Das war eine verbale Ohrfeige. Am vergangenen Mittwoch haben wir einander ins Gesicht gesagt, dass wir einander lieben. Dann folgten die anderen Aussagen und ich hatte am Mittwoch noch erklärt, dass ich ihn nicht mehr unter Druck setzen werde und auch gar nicht mehr erwarte, dass er sich gleich trennt. Ich sagte ihm, er solle es für sich klären, ich sei da für ihn. Außerdem erklärte ich ihm, dass es für mich ein permanenter Schmerz sei, der mich auffrisst, ich ihm das aber nicht immer sagen möchte, weil es auch nichts ändert. Ich hätte ihm alles gegeben, weil ich wusste, dass er mir emotional so nahe war und ist, wie bisher kein anderer Mann zuvor, schon gar nicht nach so kurzer Zeit. Aber ich habe auch ein eigenes Leben und ein Recht darauf glücklich zu sein und mich nicht vollends aufzugeben.
Deshalb habe ich die Entscheidung getroffen, auch für ihn, denn es belastet ihn doch auch so sehr und nun fällt diese Belastung weg, er muss sich meinetwegen keine Gedanken mehr machen und kann nur bei sich bleiben. Und ich kann mich nun mit der Zeit lösen und auf neue Begegnungen einlassen, bis ich den Schmerz überwunden habe. Ich hätte wirklich ALLES für ihn getan und gegeben, wenn ich zumindest die Sicherheit gehabt hätte, dass er es auch will und ich nicht einfach so ein Typ bin...Respekt und Verständnis auch für meine Situation wäre sehr schön gewesen.
Solltest du das hier lesen, mein Kleiner...ich meine es ernst, ich liebe dich total und ich weiß nicht, wie ich damit nun zurecht kommen soll, aber ich schaffe es nicht mehr und denke, dass es für dich letztlich auch eine Erleichterung ist.
Ich wünsche dir, dass du dein Glück findest und vielleicht auch deine große Liebe, die dir alles geben kann. Pass bitte gut auf dich auf, denn du bist ein besonderer Mensch, der immer einen Platz in meinem Herzen haben wird, weil du in mir Liebe ausgelöst hast.
Ich danke allen für die Anteilnahme und wünsche euch vom Herzen, dass ihr glücklich werdet!
teilzeithippie77
Re: Verliebt in einen verheirateten Mann...
geschrieben von: micha.886 (-)
Datum: 01. März 2010 23:34
Hallo,
keine leichte Entscheidung für dich, aber bestimmt die beste... kein Happy-End, aber für die Zukunft ganz bestimmt leichter.
Würnsche dir die Kraft, das zu überstehen.
GLG
Micha
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