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Mein Freund hat einen Sohn und hat Angst, sich zu outen.
geschrieben von: LeonSW (-)
Datum: 29. Juli 2009 07:45
Hallo !
Ich habe dieses Forum neu entdeckt und hoffe auf ein paar Anregungen.
Ich bin schwul, aber nur teilweise geoutet. Meine Familie und die Mehrzahl meiner Freunde wissen davon, meine Kollegen wissen es nicht.
Seit rund drei Monaten bin ich mit einem Mann zusammen, in den ich mir sehr verliebt habe. Er lebt in Scheidung und hat einen sechsjährigen Sohn, den er mir auch schon vorgestellt hat. Wir sehen uns selten, meistens nur ein oder zwei Mal in der Woche. Aus seinem Alltagsleben blendet er mich total aus. Am Wochenende hat er fast nie Zeit für mich. Er lebt in einem kleinen Dorf und hat Angst, ins Gerede zu kommen. In Sachen Coming Out steht er wohl noch gang am Anfang, da er jahrelang verheiratet war und seine Frau erst vor einigen Monaten ausgezogen ist.
Ich möchte mehr mit ihm zusammen sein und würde mir wünschen, dass er sich zu mir bekennen kann. selbst sein bester Freund, der auch schwul ist, weiß noch nichts (ahnt es höchstens)...
Was kann ich tun, um ihm beim Coming Out zu helfen ? Wer hat ähnliche Erfahrungen gemacht ?
LeonSW
Re: Mein Freund hat einen Sohn und hat Angst, sich zu outen.
geschrieben von: LeonSW (-)
Datum: 14. September 2009 18:31
Hallo Leute !
Mag denn keiner auf mein Problem, siehe Voreintrag antworten ?
LG
Leon
LeonSW
Re: Mein Freund hat einen Sohn und hat Angst, sich zu outen.
geschrieben von: Robson (-)
Datum: 14. September 2009 19:00
Hallo Leon,
ich bin mir nicht sicher, ob du deinem Freund helfen kannst; das kann er eigentlich nur selbst. Ich würde ihm sagen, dass du mehr mit ihm zusammen sein möchtest, auch in der Öffentlichkeit.
So eine Beziehung hat doch so keine Zukunft! Anscheinend denkt er mehr an sich, als an dich. Hast du ihn darauf schon mal angesprochen? Oder möchte er sich wegen seines Sohnes nicht outen? Wenn das so ist, dann kann ich es verstehen, aber es bringt dir, aber auch ihn nichts.
Schönen Gruß
Robby
Re: Mein Freund hat einen Sohn und hat Angst, sich zu outen.
geschrieben von: Martini (-)
Datum: 14. September 2009 21:28
Hallo Leon,
mein Freund war auch verheiratet und hat ein Kind. Ich hatte ein offenes Ohr für seine Sorgen, war für ihn da, alles weitere bringt die Zeit mit sich.
Du solltest nur ganz klar äußern wie du dir eure/deine Zukunft vorstellst und ihn Fragen ob er den Weg mitgeht. Das ist in jeder Beziehung wichtig, dass man auch an sich selbst denkt.
Für einen ist das CO ein entschluß der über Nacht gefällt wird, andere brauchen ein stärkeres Gefühl von Sicherheit und einige belügen sich lieber ewig. An letzteren beißt man sich als geouteter genauso die Zähne aus als wie an Heteros. Das macht nicht Glücklich.
Was er wirklich möchte, kann vermutlich nur er dir sagen.
Liebe Grüße
Re: Mein Freund hat einen Sohn und hat Angst, sich zu outen.
geschrieben von: LeonSW (-)
Datum: 14. September 2009 22:41
Hallo Robby und Martini !
Vielen Dank für Eure Beiträge. Ich werde in Kürze noch weiter berichten, wie der neueste Stand ist...
Weiter Anregungen nehme ich gerne entgegen.
LG
Leon
Re: Mein Freund hat einen Sohn und hat Angst, sich zu outen.
geschrieben von: Victor (-)
Datum: 15. September 2009 08:48
Hallo,
@Leon
ich denke, Dein Freund muß seinen "Lebensweg" SELBST finden.
Mancher Kreisverkehr ist sooo groß und hat soooo viele Ausfahrten, da dreht man lieber noch 'ne Runde.
Würde mich jemand bequatschen, unter Druck setzen, Ultimaten stellen, pfff, brauchte er garnicht, er kann gleich die "sonst"-Aktivität durchführen.
Gib Deinem Freund Zeit. Er muß von selbst damit einverstanden sein, daß sein Leben sich ändert. (Und das Leben seines Kindes).
Offensichtlicht ist es nicht immer so schlimm, wie befürchtet, aber die Angst vor ... (ähh, jaa, vor was eigentlich, da wäre noch gleich, woll'n mal sagen, hmm) ja, eben diese Angst ist schon ziemlich groß. Ich kenne das.
Ich bin nicht geschieden, wohne noch zu Hause mit Frau und Kindern.
Wenn ich einen festen Freund hätte, kann ich mir vorstelle, ihn "einzublenden".
Aber wie ist das mit der Frau??, mit den Kindern??? mit den Nachbarn???, mit den Freunden??? mit den Freunden der Kinder???
Ich denke, gerade eine neue Beziehung muß wachsen und beiden Raum zur Entfaltung geben. Änderungen gehen langsam, aber sie passieren.
lg.
Victor
Mensch Du glücklicher! Drei Monate verliebt, und er mag Dich immer noch!!!
Re: Mein Freund hat einen Sohn und hat Angst, sich zu outen.
geschrieben von: Fred50_HB (-)
Datum: 15. September 2009 09:30
Hallo,
@Leon,
ich kann die anderen stimmen nur unterstützen, dein freund muß seinen weg selber finden. Und du darfst dabei nicht unter die räder kommen.
Aber um deinen freund zu unterstützen, kann ich als schwuler vater ihm nur raten eine selbsthilfegruppe der schwulen väter zu besuchen. Die gibt es überall im lande. Die einzelnen gruppen findet mann im internet unter [ www.schwule-vaeter.org ]. Mir hat der besuch der bremer gruppe unheimlich geholfen.
Und übrigens ich lebe jetzt offen schwul und mein sohn lebt bei mir.
liebe grüße
Fred
LG
Fred
Re: Mein Freund hat einen Sohn und hat Angst, sich zu outen.
geschrieben von: george85 (-)
Datum: 15. September 2009 21:55
Hallo Leon,
nachdem auch ich ein Vater bin der alleinerziehend war/ist ,
möchte ich dir meine Eindrücke dazu äussern.
Vielleicht braucht dein Freund erst noch Zeit zu sich selbst
zu finden um mit seinen Gefühlen klarzukommen.
Dann ist es auch ein ganz großer Schritt, seinem Kind zu
sagen dass Papa auf einmal keine Frauen mehr mag und
er keine Stiefmutter bekommt - allenfalls vielleicht
einen zweiten Vater...... Ich kann da deinen Freund ganz
gut verstehen, mir ging es ja genauso.
ich hab es auch immer rausgezögert und meine Meinung
bzw. meine Einstellung ist - ich will dieses bestimmte
Vater Sohn Gespräch erst dann führen wenn ich weiß
dass ich den richtigen Partner gefunden habe. Ich denke
zwar mein Sohn weiß oder ahnt dass ich Männer mag,
er kannte auch meinen Exfreund, er ist ja alt genug
und kann eins und eins zusammenzählen . Ich mach ihm
auch da nix vor , nur eben gab es noch kein Intensives
Gespräch. Zudem brauchte ich selber sehr lange um mir
einzugestehen dass es nix bringt wenn ich mir vormache
irgendwann werde ich den Weg zurück finden zum Hetenleben.
Dass wird nie mehr der Fall sein , aber diese Einsicht hat lang
gedauert. Und mir kann keine Frau das mehr geben was
mir ein Mann gab ( ich meine die Gefühlsebene- nix andres - räusper)
Also lass deinem Mann etwas Zeit - sprich ihn einfach an und
sage ihm dass wie sehr du ihn magst - und dass du eure
Beziehung ausbauen möchtest - alles eben step by step.
Somit weiß er was Sache ist , aber er weiß auch dass du ihm
die Zeit gibst die er vielleicht noch braucht.
Ich weiß es ist viel verlangt - dass du da so zurückstecken
sollst , aber denoch wenn eure Liebe so stark ist , dann
werdet ihr auch einen Weg finden.
Alles gute dir ..... sagt der George
Re: Mein Freund hat einen Sohn und hat Angst, sich zu outen.
geschrieben von: Martini (-)
Datum: 16. September 2009 19:49
Hallo Leon,
ich wünsche dir das der "neueste Stand" gut für dich und euch beide sein wird. Freue mich schon zu erfahren wie es bei dir/euch weiter geht...
Mit lieben Grüßen
Re: Mein Freund hat einen Sohn und hat Angst, sich zu outen.
geschrieben von: Nobbi48 (-)
Datum: 21. September 2009 22:13
Hallo Leon,
ich bin ebenfalls Vater eines 7-jährigen Sohnes, der mich zuletzt gefragt hat: "Papa bist Du schwul" - was auf ein Gesprächthema im familären Umfeld schließen läßt. Das ist nur eines der vielen Probleme die Deinen Freund berühren können, oder werden. In Deinem Fall ist guter Rat teuer, zumal Dein Bericht nicht gerade detailliert ist. Es heißt zwar das Zeit vieles richtet, aber oft fehlt uns Zeit und Geduld. Unterstüzend wäre, das Dein Lover spürt, dass Du auch Interesse an seinem Sohn hast, wenn das denn der Fall wäre. Er sollte seinen Sohn lieben, so hoffe ich ! Hierbei das richtige Maß und Einfühlungsvermögen zu finden ist ebenso wichtig, wie die Frage, ob die aktuelle Situation genug hergibt. Ein tieferes Einlassen seinerseits hängt viel davon ab, ob Du bereits bist das ganze Paket zu "kaufen". Du musst bei diesem Prozess nicht in Monaten, sondern Jahren denken.
Take it or leave it, that's life an life is hard.
Viel Glück ! Norbert
Re: Mein Freund hat einen Sohn und hat Angst, sich zu outen.
geschrieben von: Victor (-)
Datum: 21. September 2009 23:50
Hallo Norbert,
jetzt würde mich mal interessieren, was Du Deinem Sohn geantwortet hast ...???
Und Du hast recht. Wer einen Vater liebt, muß die Kinder "mitlieben".
Wahrscheinlich muß aber auch der Vater bereit sein, zu seinem Freund zu stehen, und ihm Gelegenheit geben, sich den Kindern zuzuwenden.
Ich träume auch davon, einen Freund, Liebhaber oder so was ähnliches zu haben. Wenn er für mehr als für einmal sein soll, muß er verstehen, daß mein Herz auch für die Kinder schlägt.
Es ist natürlich schade, wenn Freund/Liebhaber und Familie/Kinder miteinander konkurrieren. Schön wäre es, wenn man nicht nur Bett und Abend, sonder auch Alltag und Wochenende miteinander verbringen könnte.
Dazu muss man Kinder und Freund irgendwie zusammenbringen. Das geht nur, wenn man selbst dazu bereit ist, und wenn "Freund" die Kinder akzeptiert , und auch "ihr Freund" ist.
Wenn man dann noch Frau und ggf. deren Freund mit einbezieht, ist eine Großraumlimousind fällig... ;-)
Lieben Gruß
Victor
1 mal bearbeitet. Zuletzt am 21.09.09 23:53.
Re: Mein Freund hat einen Sohn und hat Angst, sich zu outen.
geschrieben von: Nobbi48 (-)
Datum: 23. September 2009 20:47
Lieber Victor,
um Deine Frage zu beantworten: Ich habe ja gesagt, was zu folge hatte, das Yannick wissen wollte, wie Männer miteinander "sexen", worauf mir die Luft zu dünn wurde und ich mich auf einen späteren Zeitpunkt vertagt habe.
Nun ist meine Situation deswegen besonders, weil Yannick mit seiner Mutter in Berlin und ich in Paris lebe. Er kommt mich in den Herbstferien wieder besuchen. Wir sehen uns 3 bis 4 Mal im Jahr und unsere Beziehung ist gut. Er sagt jedesmal beim Telefonieren "Papa ich hab Dich lieb".
Deswegen auch meine Anmerkung zu den fehlenden Details in Leon's Bericht.
Natürlich hast Du recht: Es kann nur dann eine entspanntere Situation entstehen, wenn alle Beteiligten Verständnis entwickeln. Der Knackpunkt ist die Mutter ! Darum habe ich auch auf den Zeithorizont hingewiesen. Wenn die Frau langsam bereit ist, ihren schwulen Mann positiver, enspannter zu sehen, kann es aufwärts gehen. Ob die neue Beziehung diese Durststrecke übersteht, ist die Frage. Man kann aber hoffen, wenn man versucht, keine weiteren Wunden zu schlagen und nicht selbst in Schuldgefühlen zu versinken. Eine Gratwanderung, jedenfalls eine subtiles Unterfangen, das von Gegenheiten abhängt, die bei jedem ganz anders sein können. Deswegen habe ich mich auch ein wenig geschämt, über meinen Abgesang (That's life ..). Das war zu salop dahingesagt. Sorry Leon !
Andererseit kann diese Prüfung der Beginn einer echten, tiefen Beziehung sein (positiv denken !)
Ich habe die vergangenen Jahre verdammt gekaut und war auch echt depressiv.
Danke für Dein Interesse an meinem spontanen Beitrag !
Liebe Grüße aus Paris, Norbert
Re: Mein Freund hat einen Sohn und hat Angst, sich zu outen.
geschrieben von: teilzeithippie77 (-)
Datum: 26. Februar 2010 15:39
Hallo Leon,
nach deinem Besuch auf meiner "Seite", finde ich nun gut, deinen Beitrag gefunden zu haben und festzustellen, dass unsere Erlebnisse ähnlich sind, allerdngs weißt du bereits, dass er sich getrennt und für dich entscheiden hat.
Natürlich lebt ihr momentan keine "normale" Beziehung und auch das stelle ich mir schrecklich vor, denn wer träumt nicht von der unbefangenen Partnerschaft?
Bei mir ist es aber nun einmal so, dass ich nicht einmal eine Garantie dafür habe, dass er sich trennt und zu mir bekennt, wobei ich mit Ltzterem nicht einmal meine, dass er es nach außen trägt, darum geht es mir gar nicht.
Mich ärgert in diesem Forum allerdings, dass hier oft (zum Glück nicht immer), davon die Rede ist, wie viel Verständnis wir für seine Situation haben müssen, für die Familie, sein Outing, seine Kinder etc. Hätten wir diese Bereitschaft nicht, wären wir wohl kaum soweit, all das zu schultern und wir müssen immens viel tragen, zum einen während der Beziehung selbst, auch auch in Bezug auf den Hintergrund des Partners. Wer aber denkt einmal daran, dass auch wir unschuldig in die Situation geraten sind, ich z.b. nicht einmal wusste, dass er verheiratet ist. Wer bedenkt, wie schlecht es uns geht und das wir auch Bedürfnisse haben und Erfahrungen und Wünsche. Wieso erwartet man von uns ganz selbstverständlich, dass wir uns zurück nehmen und nur für den Partner da sind? Vielleicht sehe ich es falsch, doch eine Partnerschaft besteht doch immer aus Geben und Nehmen und es geht dabei nicht nur um die Liebe, die man einander schenkt. Das alles kann doch nicht nur auf Kosten der ungebundenen Partner passieren, die alles in Kauf nehmen sollen.
Wshalb dürfen sie den Frust bei uns ablassen und Trost suchen und wir dürfen nicht darüber reden, weil es sie ja gleich wieder unter Druck setzt. Das ist doch eine Spirale...
Wie du weißt, habe ich mich selbst auf diese "Affäre" eingelassen...es klingt bereits negativ, ist abernicht so beabsichtigt, nur finde ich kein anderes Wort, weil ich nicht von Beziehung oder Partnerschaft sprechen kann. Aber es scmerzt ständig, trotz der schönen Momente, in denen ich mich für zwei oder drei Stunden wohl fühle und schon mit der Verabschiedung und seiner dabei kühlen Haltung geht es mir schlagartig schlechter. Und dann folgen SMS, Mails, Chatnachrichten und es entstehen Missverständnisse, die Gefühle können nicht transportiert werden, man vermisst den anderen, hat diese Sehnsucht, die ich aber unter normalen mständen recht schnell stillen kann, wenn man sich ganz unkompliziert trifft.
Momentan fühle ich mich zu ihm hingezogen, aber ich sehe keine Zukunft, dennoch ist da diese naive und euphorische Hoffnung, dass doch noch alles gut gehen könnte. Und diese hält mich, aber ich weiß nicht, wie lange ich diese Belastung ertragen kann.
Gerade deshalb und auch, weil ich für mich weiterhin etwas tun möchte, knüpfe ich trotzdem Kontakte zu anderen Männern (nicht für Sex!!!) und vielleicht begegne ich einmal dem Mann, der mir alles geben kann, wonach ich mich sehne oder aber ich werde weiterhin an ihn gebunden sein und mein Glück mit ihm finden.
Ich glaube spätestens, wenn er mir erzählt, dass er in den Sommerferien 14 Tage mit seiner Familie in den Urlaub fährt, werde ich es nicht mehr ertragen können und wollen. So sehr ich auf einen positiven Ausgang hoffe, so sehr hoffe ich aber auch zugleich den Absprung bald schaffen zu können. Es ist alles sehr verwirrend und ich denke, dass es dir damit ebenso geht. Haben wir überhaupt eine Chance in solch einem Leben einen reellen und guten Platz zu bekommen, Leon?
Viele Grüße,
teilzeithippie77
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